Festgottesdienst: 175 Jahre steht das Gotteshaus auf dem Schulberg

Vöhler Martinskirche: „Ein Zufluchtsort mitten im Leben“

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175 Jahre Martinskirche Vöhl: Bischof Professor Martin Hein (4. von rechts) hielt die Predigt. Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg (rechts) und Kirchenvorstand stellten für den Festtag ein kurzweiliges Programm zusammen.

Einen kraftvollen Festgottesdienst zum 175-jährigen Bestehen der Vöhler Martinskirche erlebten am Sonntag viele Gläubige in dem frisch renovierten Gotteshaus. „So macht Kirche richtig Spaß“ befand erfreut Professor Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der die Predigt hielt.

Vöhl.  „Im Wandel der großen Geschichte, in den Wechselfällen des persönlichen Lebens hat die Martinskirche Bestand gehabt und durch die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus und die Feier der Sakramente einen festen Halt gegeben“, verwies Hein auf Psalm 36,8, den der Kirchenvorstand für die Einladung gewählt hatte: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben.“ „Wir brauchen mitten im Leben Zuflucht“, sagte Hein. „Die Martinskirche ist der Zufluchtsort, der uns herausnimmt aus den Zugriffen und Anforderungen dieser Welt und uns nahe zu Gott bringt.“ Zu diesem Zweck sei die Martinskirche vor 175 Jahren neu gebaut worden „weithin sichtbar als Wahrzeichen und Orientierungspunkt“, betonte Hein: „Sie dürfen stolz auf diese Kirche und ihre Geschichte sein“, sagte der Bischof und dankte der Kirchengemeinde für den „außergewöhnlichen Einsatz, den Sie für Ihre Kirche an den Tag gelegt haben“.

„Tag der Dankbarkeit“

„Es gibt keinen besseren Tag, als den Geburtstag der Vöhler Kirche an Pfingsten zu feiern, dem Tag der Geburt der Kirche“, hatte Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg zuvor die Gemeinde begrüßt. „Es ist ein besonderer Tag der Freude und Dankbarkeit, den wir in dieser frisch renovierten Kirche feiern können“, dankte Eisenberg allen, die zum Gelingen der Sanierung und des Festes beigetragen haben.

„Die Kirche ist so toll geworden, so einladend“, lobte Landrat Dr. Reinhard Kubat in einem Grußwort und dankte „allen Handwerkern, die mit ihrer Handwerkskunst die Kirche so herrlich hergerichtet haben.“ Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert betonte, politische und kirchliche Gemeinde sollten noch enger zusammenarbeiten als sie es bereits tun.

Würdige Umrahmung

Adam Daume, Präses des Kirchenkreises Eder, lobte die Vöhler für ihre große Spendenbereitschaft. Die Kirchengemeinde hatte 120 000 Euro an Spenden für die Renovierung gesammelt. Die Summe wurde aus dem Kirchenerhaltungsfond verdoppelt. Arno Heidel vom Verein „875 Jahre Vöhl“ dankte für die gute Zusammenarbeit. Viel Lob und Applaus gab es auch für den Ev. Posaunenchor Vöhl, den Ev. Bläserchor Marienhagen mit Jungbläsern und den Kirchenchor Vöhl, die gemeinsam unter Leitung von Johanna Tripp den Festgottesdienst musikalisch schwungvoll und würdig umrahmten. Nachmittags gab der Kinderchor unter Leitung von Irene Tripp ein Konzert. Das Konzert von Bezirkskantor Nils-Ole Krafft an der ebenfalls frisch sanierten Orgel trug den Titel „Mendelssohn und seine Vorfahren“. Mit Vorträgen der Architektin Ute Friedrich, Fotoshow und Büchercafé, Spielen und Reiten für Kinder sowie vielen Köstlichkeiten feierte die Gemeinde den Kirchengeburtstag gebührend.

Lob für Farbkonzept

Bereits seit 2007 habe der Kirchenvorstand auf die Renovierung der Kirche hingearbeitet, blickte Monika Gaydos zurück. Dach- und Glockenstuhl seien mit Unterstützung der Landeskirche erneuert worden, ebenso die Emporen, ehe es 2017 an die Sanierung des Innenraumes gehen konnte. Monika Gaydos vom Kirchenvorstand erinnerte auch an intensive Diskussionen über das passende Farbkonzept. Dass sich der Kirchenvorstand schließlich für die historischen Farben entschieden hat, die bei den Sanierungs- arbeiten entdeckt wurden – ein dunkler Brombeerton für die Wände, ein kräftiges Blau für die Decke und strahlendes Weiß für die Emporen – fiel bei den Gottesdienstbesuchern durchweg auf Zu stimmung. „Vom Kirchenvorstand wurde viel abverlangt, aber es war eine schöne Erfahrung und eine harmonische Zusammenarbeit, dankte Gaydos.

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