Viel Arbeit für die Straßenbauunternehmen im Landkreis

18 Millionen Euro für Straßenbau in Waldeck-Frankenberg

Die Umgehungsstraße Dorfitter bleibt über Jahre größtes Straßenbauprojekt in Waldeck-Frankenberg. Insgesamt sind hierfür zwischen 2017 und 2021 rund 18,6 Millionen Euro in mehreren Bauabschnitten eingeplant. In diesem Jahr werden für den Straßenneubau 5,4 Millionen Euro ausgegeben.
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Die Umgehungsstraße Dorfitter bleibt über Jahre größtes Straßenbauprojekt in Waldeck-Frankenberg. Insgesamt sind hierfür zwischen 2017 und 2021 rund 18,6 Millionen Euro in mehreren Bauabschnitten eingeplant. In diesem Jahr werden für den Straßenneubau 5,4 Millionen Euro ausgegeben.

Waldeck-Frankenberg. Rund 18 Millionen Euro wollen die Straßenbauer von Hessen-Mobil im laufenden Jahr für den Bau und die Erhaltung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Waldeck-Frankenberg ausgeben – davon allein 5,4 Millionen Euro für die Umgehungsstraße von Dorfitter. Der dortige Straßenneubau gliedert sich in mehrere Bauabschnitte – die Gesamtkosten liegen bei 18,6 Millionen Euro.

Insgesamt sind im Landkreis 31 Straßenbaumaßnahmen geplant, davon acht auf Bundesstraßen, neun auf Landesstraßen und 14 im Verlauf von Kreisstraßen. Hessen-Mobil ist in diesen Fällen der Dienstleister für die Bauplanung, Ausschreibung, Vergabe, Betreuung und Abrechnung der Bauprojekte. 

Die meisten der geplanten Straßenbaustellen werden aufgrund der beschränkten Straßenbreite unter Vollsperrung ausgeführt. Das bedeutet mehr Sicherheit für die Bauarbeiter und Autofahrer sowie kürzere Bauzeiten. Bei der Bauzeitenplanung nehmen die Planer regelmäßig Rücksicht auf örtliche Wünsche wie Traditionsfeste, Ferienzeiten und manches mehr.

Wer entscheidet, welche Straße wann saniert wird?

Bei der Frage, welche Straßen in welcher Reihenfolge saniert werden, folgen die Planer einer vor Jahren unter dem Titel „Sanierungsoffensive“ nach sachlichen Kriterien festgelegten Prioritätenliste der Landesregierung. Für 2020 ist eine Neubewertung aller Straßen im Lande und die Aufstellung einer neuen Prioritätenliste geplant. 

Um dabei auf gesicherte Daten zurückgreifen zu können, wird regelmäßig der Zustand aller Bundes- und Landesstraßen erfasst und bewertet, erläutert Volker Löwer, Dezernatsleiter bei HessenMobil in Bad Arolsen. Das Verfahren garantiere, dass alle Straßenbau- und Sanierungswünsche gleich behandelt werden.

Beim größten Teil der Straßenbauarbeiten, die im laufenden Jahr in Waldeck-Frankenberg ausgeführt werden, handelt es sich um sogenannte Deckenerneuerungen. Nur in zwei Fällen müssen Brückenbauwerke saniert oder verbreitert werden. 

Bei den Deckenerneuerungen werden die in die Jahre gekommenen Fahrbahndecken saniert. Konkret werden die obersten vier Zentimeter der Deckschicht abgefräst und durch einen neuen Asphaltbelag erneuert. An der Fahrbahnbreite und beim Fahrbahnaufbau ändert sich dann in der Regel nichts, lediglich in Kurvenbereichen werden nach Bedarf die Banketten befestigt und/oder verbreitert. 

Wann immer Ortsdurchfahrten betroffen sind, haben die Stadt- und Gemeindeverwaltungen die Möglichkeit, eigene geplante Baumaßnahmen hiermit zu kombinieren. So bietet es sich häufig an, Kanal- und Wasserleitungen auszutauschen, bevor die Fahrbahndecke erneuert wird. In einigen Fällen ist allerdings eine grundhafte Erneuerung der Straßen nötig.

Welches sind die größten Brocken beim Straßenbau in Waldeck-Frankenberg?

Größtes Einzelprojekt bleibt für die Straßenbauer im Landkreis Waldeck-Frankenberg auch in den kommenden Jahren noch der Bau der Umgehungsstraße von Vöhl-Dorfitter im Zuge der Bundesstraße B252. Das Gesamtprojekt ist mit 18,6 Millionen Euro kalkuliert. Zwei Brückenbauwerke wurden bereits in den vergangenen Jahren fertiggestellt. Eine Brücke über „die“ Kuhbach ist derzeit noch im Bau, zwei weitere, unter anderem eine Überquerung der Bahnlinie, sollen im Laufe des Jahres begonnen werden.

Eine Million Euro ist für die grundhafte Erneuerung der L 3297 zwischen Gembeck und Vasbeck eingeplant. Auch auf dieser 3,1 Kilometer langen Strecke lässt es sich nicht ohne Vollsperrung zwischen August und November arbeiten.

In der Ortsdurchfahrt von Neerdar wird Ende April/Anfang Mai die Decke der Bundesstraße B251 auf einer Länge von 500 Metern erneuert. Kostenpunkt: 162.000 Euro. Ebenfalls im Verlauf der B 251 wird von April und Juni das 1,6 Kilometer lange Teilstück zwischen Sachsenhausen und Freienhagen erneuert. Geschätzte Kosten: 488.000 Euro. 

Viel Arbeit für Straßenbauunternehmen

Am Mühlhäuser Hammer wird ein weiteres Teilstück der Bundesstraße B252 eine neue Fahrbahndecke erhalten. Für die 1,2 Kilometer lange Strecke sind 230.000 Euro eingeplant. Bauzeit: Juli/August. Im Zuge der B253 müssen 3,3, Kilometer Fahrbahndecke zwischen Frankenberg-Haine und Röddenau erneuert werden. Diese Arbeiten werden sich von Juni von August hinziehen, rund 960.000 Euro kosten. 

Die Straßenbauer von Hessen Mobil in Bad Arolsen: Von links Fachbereichsleiter Günter Henkelmann, Dezernatsleiter Volker Löwer, die Regionale Bevollmächtigte für Nordhessen, Christina Roentgen und Sprecher Horst Sinemus.

Eine grundhafte Erneuerung hat die Landesstraße L617 von Lichtenfels-Münden bis zur Landesgrenze zur Nordrhein-Westfalen verdient. Auf der anderen Seite der Grenze Bau der Landesbetrieb Straßen NRW weiter. Der hessische Anteil beträgt 700.000 Euro für 1,1 Straßenkilometer. Die Bauarbeiten sollen in der kommenden Woche beginnen und bis in den Juni dauern. 

Zwischen Hatzfeld-Reddighausen und Battenberg-Dodenau muss das 1,6 Kilometer lange Stück der Landesstraße L3382 grundhaft erneuert werden. Kostenpunkt: 1,012 Millionen Euro. Die kalkulierte Bauzeit reicht von Juni bis September.

Teuer wird der Ausbau der L3087 zwischen Rosenthal und Roda: Auf 5,5 Kilometern Länge muss die Straße auf sechs Meter verbreitert werden. Kosten: rund 4,25 Millionen Euro. Gebaut wird von Juli bis Dezember.

Ähnliches gilt für die L3296 zwischen Bad Wildungen Bergfreiheit und Bad Zwesten: Die Strecke ist 1,6 Kilometer lang, verläuft überwiegend im Schwalm-Eder-Kreis und wird von April bis Juli ausgeführt. Die grundhafte Erneuerung ist mit knapp 1,2 Millionen Euro kalkuliert.

Deckenerneuerung sind ebenfalls geplant auf dem vier Kilometer langen Teilstück der L3077 zwischen Rosenthal und Gemünden-Niederholzhausen. Kosten: 1,2 Millionen Euro. Gebaut wird von April bis Juni.

360.000 Euro kostet voraussichtlich die Deckenerneuerung auf der 1,6 Kilometer langen Strecke der L3256 zwischen Waldeck-West und Waldeck. Hier wird erst am Ende der Feriensaison zwischen September und November gebaut. Die grundhafte Erneuerung der Landesstraße L3383 zwischen Edertal-Lieschensruh und Bergheim ist ebenfalls mit 600.000 Euro für 1,65 Kilometer kalkuliert. Bauzeit: zwischen September und November, natürlich unter Vollsperrung.

Investitionen in die Kreisstraßen

Gleich 14 Straßenbauprojekte lässt der Landkreis Waldeck-Frankenberg von Hessen-Mobil abwickeln. Deckenerneuerungen stehen an der Kreisstraße K1 von Diemelstadt-Wethen bis zur Landesgrenze an: 370.000 Euro für knapp 1,1 Kilometer im April und Mai. Zwischen Landau und Volkhardinghausen muss auf 310 Metern eine Böschung abgesichert werden. Kosten: 120.000 Euro. 

Teuerstes Kreisstraßenprojekt wird der Um- und Ausbau der Kreisstraße 34 von Edertal nach Affoldern: Für die 1,9 Kilometer lange Strecke sind 1,9 Millionen Euro eingeplant. Baubeginn ist im August, Fertigstellung erst im April kommenden Jahres.

130.000 Euro soll die Deckenerneuerung auf ein 300 Meter langes Straßenstück zwischen Bergfreiheit und Schiffelborn kosten. In der Ortsdurchfahrt von Diemelsee-Benkhausen und dem Abzweig „Höpperweg“ sind 500.000 Euro für die Deckenerneuerung eines 1,4 Kilometer langen Straßenstücks eingeplant. 

Sanierungsbedürftig ist die Straßenbrücke über den Sasselbach in Ederbringhausen. Der Landkreis wendet hierfür 315.000 Euro in den Monaten Juni bis August auf. In der Ortsdurchfahrt von Gemünden-Lehnhausen sollen im Juli und August rund 500.000 Euro für die 1,4 Kilometer Fahrbahndecke ausgegeben werden. 

Ähnlich die Situation in der Ortsdurchfahrt von Haina-Battenhausen: 300.000 Euro für 917 Meter Kreisstraße. Zwischen Haina-Battenhausen und Haddenberg erhalten knapp zwei Kilometer Kreisstraße für rund 520.000 Euro eine neue Fahrbahndecke. Von Gemünden über Ellnrode nach Herbelhausen und in den Ortsdurchfahrten von Ellnrode und Herbelhausen stehen drei Teilabschnitte zur Sanierung an. Kosten: rund 665.000 Euro. 

In der Ortsdurchfahrt von Haina (Kloster) sollen schon im April 930 Meter Ortsdurchfahrt für 260.000 Euro mit einer neuen Fahrbahndecke versehen werden. Zwischen Dodenau und Battenberg stehen 1,1 Kilometer Kreisstraße für 280.000 Euro zur Sanierung an.

Bodenuntersuchungen für den Bau der Umgehungsstraße Twiste.

Noch nicht auf der aktuellen Bauliste zu finden sind die beiden Umgehungsstraßen von Berndorf und Twiste im Zuge der Bundesstraße B252. Aber, immerhin, in der Twister Gemarkung sind in diesen Tagen Bohrtrupps unterwegs, die den Boden im Bereich der geplanten Brückenbauwerke untersuchen. 

Die Planer sind aktuell damit beschäftigt, die Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens für die Umgehungsstraße Twiste vorzubereiten. Noch in diesem Jahr sollen die Unterlagen an das federführende Regierungspräsidium weitergeleitet werden.

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