Bei den Bauzeiten wird Rücksicht auf den Hessentag und die Sommerferien genommen

20 Millionen Euro fließen 2018 ins Waldeck-Frankenberger Straßennetz

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Die Straßenplaner von Hessen-Mobil in Bad Arolsen haben einen riesige Fläche in Nordhessen zu betreuen: (von links) Gerd Bahne, Günter Henkelmann und der Regionalbevollmächtige Ferdinand Weber.

Waldeck-Frankenberg. Bauaufträge im Wert von fast 20 Millionen Euro wird der landeseigene Straßenbaubetrieb Hessen-Mobil im laufenden Jahr für 35 Baumaßnahmen im Bereich Waldeck-Frankenberg vergeben.

Davon fließen 5,3 Millionen Euro in den Bau und in die Unterhaltung von Bundesstraßen. Den dicksten Batzen verschlingt naturgemäß der Neubau der Umgehungsstraße von Dorfitter mit seinen Brückenbauwerken.

Für die Reparatur von Landesstraßen sind 6,2 Millionen Euro eingeplant und für Kreisstraßen 8,2 Millionen Euro. Insgesamt betreut Hessen-Mobil in Waldeck-Frankenberg 1233 Kilometer Straßen und 671 Bauwerke wie Brücken, größere Wasserdurchlässe und Stützwände.

Wer entscheidet, welche Straße saniert wird?

Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass nicht alle wünschenswerten Sanierungsmaßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden können. Das Land Hessen hat für sein Straßennetz 2014 eine Sanierungsoffensive ausgerufen und eine Prioritätenliste aufgestellt. 

Dabei wurde nicht nur der pure Straßenzustand in die Waagschale geworfen, sondern auch die Verkehrsbedeutung in Abhängigkeit von den täglichen Straßennutzern.

Ähnlich objektive Kriterien werden bei der Sanierung von Kreisstraßen angelegt, wobei das letzte Wort beim Kreistag liegt.

Warum wird so oft unter Vollsperrung gearbeitet?

Die jeweiligen Straßenbaulastträger, Bund, Land und Kreis treten beim Dienstleister Hessen-Mobil als Bauherrn und Auftraggeber in Erscheinung. Hessen-Mobil plant die Baumaßnahme, schreibt die Aufträge aus, überwacht die Baustellen und rechnet ab.

Die meisten der 35 Baustellen im Kreisgebiet werden im laufenden Jahr unter Vollsperrung ausgeführt. Das dient der Arbeitssicherheit für die Bauarbeiter und beschleunigt den Baufortschritt. Andererseits machen Vollsperrungen oft weite Umleitungen nötig.

Nord- und Südkreis werden bei den Straßenbauprojekten in Waldeck-Frankenberg im laufenden Jahr gleichmäßig bedacht, denn überall gibt es marode Straßen, die eine neue Fahrbahndecke verdient haben. Auch Brückenbauwerke kommen in die Jahre um müssen saniert oder gar komplett neu gebaut werden. 

Ein Blick auf die lange Liste der Straßenbauprojekte, die in den kommenden Monaten abgearbeitet werden, vermittelt den Eindruck, dass vor allem rund um die beiden großen Seen, den Diemel- und den Edersee besonders viele Straßen sanierungsbedürftig sind.

Was bedeutete die Einbahnstraßenregelung am Felsenkeller?

Mit Rücksicht auf die Urlauber, die hoffentlich wieder in großer Zahl in den Landkreis strömen, sollen diese Baustellen entweder vor den großen Ferien abgeschlossen sein oder nach den Ferien begonnen werden.

Und wenn die Ederbrücke bei Nieder-Werbe baustellenbedingt gesperrt werden muss, sollen wenigstens die Fußgänger und Radfahrer über eine Behelfsbrücke nach Asel gelangen können.

Größere Eingriffe bedeuten auch die Erneuerung der Fahrbahndecken im Verlauf der Bundesstraße 251 (Ortsumgehung Korbach von Abzweig Dorfitter bis Abzweig Strothe) sowie der B 252 zwischen Korbach und Berndorf (Felsenkeller). 

In beiden Fällen ist eine jeweils halbseitige Sperrung mit Einbahnstraßenregelung vorgesehen. Der aus Süden kommende Verkehr kann in beiden Fällen die Straßen befahren. Der Verkehr aus Richtung Norden wird jeweils umgeleitet, mal quer durch Korbach, mal über die Twistetaler Grunddörfer.

Wie entwickeln sich die Baupreise beim Straßenbau?

Größtes Bauprojekt bleibt bis 2023 die Ortsumgehung von Dorfitter im Zuge der B 251. Insgesamt sind hierfür 18,6 Millionen Euro eingeplant. Im laufenden Jahr sollen die Kuhbachbrücke (Bauwerk BW 3, 560.000 Euro), die Kuhbachtalbrücke (BW 5, 3,6 Millionen Euro) und die Überführung der Bahngleise (BW 8, 1,8 Millionen Euro) begonnen werden.

Zur Entwicklung der Baupreise im laufenden Jahr können die Straßenbauer noch keine abschließende Wertung abgeben. „Bei reinen Asphaltierungsarbeiten scheint das Preisniveau fast unverändert zu bleiben. Das hängt mit der starken Bauindustrie in unserer Region zusammen“, kommentiert Ferdinand Weber als Regionalbevollmächtiger des landeseigenen Straßenbaubetriebes Hessen-Mobil.

Etwas anders sei die Lage bei personalintensiven Arbeiten, etwa bei der Verlegung von Kanälen in den Ortslagen oder beim Bau von Brücken durch die wenigen hierauf spezialisierten Firmen.

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