Technischer Defekt als Ursache

20 000 Liter Gülle fließen in Bachlauf

Hillershausen - Beim Umfüllen flossen am Montagnachmittag 20 000 Liter Gülle über einen Hillershäuser Bauernhof Richtung Bach. Neun Wehren waren im Einsatz, um verschmutztes Wasser zu reinigen und eine Fischzucht zu retten.

Es mutete fast idyllisch an, als rund 60 Feuerwehrleute am Montagnachmittag im Tal zwischen Hillershausen und Goddelsheim Wassermassen Richtung Wald spritzten. Erst auf den zweiten Blick entpuppten sich die dichten Fontänen als Wasser-Gülle-Mischungen. Gegen 16 Uhr hatte die Leitstelle Feuerwehren von Nordenbeck bis Medebach wegen eines Umwelteinsatzes alarmiert. In Hillershausen waren beim Umfüllen aus einem unterirdischen Behälter in ein Güllefass rund 20 000 Liter Gülle ausgelaufen. „Vermutlich wegen Materialermüdung hatte sich eine Schraube gelöst“, erklärte die Polizei, „so dass die Abdichtung nicht mehr hielt“. Die Gülle suchte sich ihren Weg von dem Hof im Bergweg über benachbarte Grundstücke hinab ins Tal und floss schließlich in einen Nebenarm der Aar. Das rief die Feuerwehren auf den Plan, die nicht nur das Weiterfließen des verschmutzten Wasser verhindern, sondern auch eine Fischzucht im Tal zwischen Hillershausen und Goddelsheim retten sollten. „Deswegen pumpen wir das verschmutzte Wasser aus dem Bachlauf“, erklärte Carsten Vahland, der gemeinsam mit Korbachs Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt die Einsatzleitung übernahm. Auf einer Strecke von rund zwei Kilometern bauten die Wehren aus Hillershausen, Eppe, Goldhausen, Niederschleidern, Alleringhausen, Nordenbeck, Korbach und Medebach Sperren im Bachlauf auf und pumpten das Wasser ab. Entlang des Baches verteilten sich im idyllischen Tal so schließlich rund 60 Feuerwehrleute, die im Abstand von rund 100 Metern ihre Pumpen anwarfen. „Wir filtern das Wasser und bringen es rundherum auf Wiesen und Hänge auf“, erklärte Vahland. Weiter im Tal installierten die Korbacher Feuerwehr aufblasbare Schläuche, die sie mit Luft füllten, um Durchläufe damit zu versperren. Unterdessen war es dem Landwirt im Dorf gelungen, das unterirdische Güllegefäß wieder abzudichten. Ein benachbarter Landwirt war ihm laut Polizei bereits zuvor zur Hilfe gekommen und hatte erste Güllemassen abgepumpt. „Wir gehen im Moment nicht davon aus, dass die Natur nachhaltigen Schaden nimmt“, erklärte Vahland. Auch die Fischzucht könne wohl vor der Gülle gerettet werden. Die Feuerwehr aus Goddelsheim wurde beauftragt, das Wasser in den Fischteichen umzuwälzen.Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises kamen zum Einsatzort.

Von Theresa Demski

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