Corona: Quote in Waldeck-Frankenberg steigt auf 4,3 Prozent

30 Prozent mehr Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg

In Waldeck-Frankenberg sind aktuell 3817 Menschen arbeitslos registriert - das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.  

Corona beherrscht den Arbeitsmarkt. Die ersten Lockerungen nach den Corona-Einschränkungen machen sich noch nicht bemerkbar. Allerdings hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach etwas verlangsamt.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Mai 3817 Menschen arbeitslos registriert, 193 mehr als im April (plus 5,3 Prozent) und 870 mehr als im Mai 2019 (plus 29,5 Prozent). Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent, das sind 0,2 Prozent mehr als im Vormonat und 0,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 

Kurzarbeit: 1666 Betriebe

1666 Betriebe im Landkreis haben im Zeitraum März bis 27. Mai Kurzarbeit angezeigt, knapp 28 300 Arbeitnehmer sind davon potenziell betroffen. Zahlen, wie viele Arbeitnehmer tatsächlich und in welchem Umfang kurzgearbeitet haben, liegen noch nicht vor, weil die Betriebe drei Monate Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen.

„Üblicherweise ist von April auf Mai ein leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu erwarten. Insofern zeigt der Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 30 Prozent innerhalb eines Jahres deutlich die Corona-Auswirkungen“, sagt Manfred Hamel, Geschäftsführer operativ der Korbacher Arbeitsagentur und führt weiter aus: „Die Zahl der Menschen, die von der Arbeitslosigkeit direkt wieder in Erwerbstätigkeit einmünden konnten, ist gegenüber Mai 2019 um fast 40 Prozent zurückgegangen.“ 

Deutlich weniger offene Stellen

Der Bestand an offenen Stellen sei um ein Viertel und der Stellenzugang im eigentlich einstellungsstarken Monat Mai um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. „Die Unsicherheit bei den Arbeitgebern ist deutlich zu spüren. Eine wesentlich schlechtere Entwicklung konnten wir aber durch das Instrument Kurzarbeitergeld verhindern“, bilanziert Manfred Hamel. Neu arbeitslos gemeldete Personen gab es im Mai in allen Wirtschaftszweigen, Schwerpunkte lagen beim verarbeitenden Gewerbe, beim Handel, Gastgewerbe und der Zeitarbeit.

Bei einer Unterteilung der Arbeitslosigkeit in die beiden Rechtskreise – Grundsicherung nach SGB II und Arbeitslosengeld nach SGB III – ergibt sich bei beiden ein Zuwachs um 5,4 Prozent gegenüber April.  (red/md)

 

Rubriklistenbild: © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbil

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