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Waldeck-Frankenberg: 3029 Menschen waren im Juni arbeitslos - Anstieg durch Ukraine-Flüchtlinge

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Von: Julia Janzen

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Ein Schild mit dem Logo der Arbeitsagentur, ein Mann im Hintergrund.
Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Korbach ist im Juni deutlich gestiegen. © Markus Scholz/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni deutlich gestiegen. Im Agenturbezirk Korbach, zu dem neben Waldeck-Frankenberg auch der Schwalm-Eder-Kreis gehört, waren 6613 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 542 mehr als noch im Mai, aber 345 weniger als vor einem Jahr.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni ist untypisch, aber in diesem Jahr nicht unerwartet“, sagt Uwe Kemper, Leiter der Arbeitsagentur in Korbach. Das Plus gehe auf den Bereich der Grundsicherung zurück. Seit Anfang Juni erhalten Flüchtlinge aus der Ukraine Leistungen der Grundsicherung. Dort werden sie zudem betreut und beraten. Kemper geht davon aus, dass die Zahlen noch steigen könnten, wenn sich zunehmend die Lebensumstände der Flüchtlinge, beispielsweise die Kinderbetreuung, klärten.

In Waldeck-Frankenberg allein waren im Juni 3029 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 270 mehr als im Mai und 179 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Landkreis liegt damit bei 3,5 Prozent (plus 0,3 im Vergleich zum Vormonat). Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,7 Prozent. Der Stellenbestand in Waldeck-Frankenberg ist um 63 gesunken auf derzeit 1935 offene Stellen.

Kurzarbeit wieder auf Vor-Corona-Niveau

Gesunken ist die Zahl der Arbeitslosengeld-1-Bezieher im Agenturbezirk: 2661 Menschen waren es im Juni, 87 weniger als im Vormonat und 524 weniger als vor einem Jahr. Dass diese Zahl gesunken ist, spreche insgesamt „für einen weiter robusten Arbeitsmarkt – trotz der Unsicherheiten, mit denen die Betriebe aktuell zu kämpfen haben und deren Auswirkungen auf den hiesigen Arbeitsmarkt derzeit nicht einschätzbar sind“, so Uwe Kemper. „Für Arbeitnehmer wird somit einmal mehr die Notwendigkeit zur beruflichen Weiterbildung deutlich: Qualifizierung leistet in unsicheren Zeiten einen großen Beitrag zur beruflichen Sicherheit,“ betont er.

Niedriger ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den beiden Landkreisen: Im Juni gab es 1681. Ein Minus von 37 Langzeitarbeitslosen im Vergleich zum Mai und 420 weniger als noch im Juni 2021.

Die Kurzarbeit sei inzwischen wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen, heißt es von der Korbacher Arbeitsagentur. Im gesamten Bezirk gab es im Juni lediglich vier neue Anzeigen für Kurzarbeit, die maximal 66 Beschäftigte betreffen werden.

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