55 Linien im Landkreis – Fahrt nur auf Bestellung

325.000 Fahrgäste nutzen Anrufsammeltaxis in Waldeck-Frankenberg

Anrufsammeltaxi: Der AST-Verkehr, hier ein Haltestellenschild, wurde vor allem für Fahrgäste eingeführt, die nicht mobil sind. In Coronazeiten werden aber Menschen, die nicht alleine ein- und aussteigen können, mancherorts nicht befördert.
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Anrufsammeltaxi: Der AST-Verkehr, hier ein Haltestellenschild, wurde vor allem für Fahrgäste eingeführt, die nicht mobil sind.

Seit 23 Jahren fahren Anrufsammeltaxis (AST) durch Waldeck-Frankenberg und haben Jahr um Jahr Kilometer um Kilometer erobert. Immer mehr Menschen sind auf Bestellung unterwegs.

  • Seit 1997 gibt es das Anrufsammeltaxi in Waldeck-Frankenberg. Inzwischen ist der Kreis mit 55 AST-Linien, die mit Bus und Bahn verknüpft sind, voll erschlossen.
  • In 2019 haben 325.000 Fahrgäste das AST genutzt und sind insgesamt 2,5 Millionen Kilometer gefahren.
  • Landkreis sowie Städte und Gemeinden geben jährlich einen Zuschuss von rund 2,3 Millionen Euro für den Betrieb des AST-Verkehrs.

Waldeck-Frankenberg – Statistiken werden erst seit 2000 geführt. 86.835 Fahrgäste waren in dem Jahr mit den speziellen Taxis 44.657 Kilometer gefahren. Da hatte die Idee als Ergänzung zu Bus und Bahn schon zwei Jahre lang bewiesen, dass sie noch deutlich mehr Potenzial hat. Schüler, Berufstätige, Senioren, Partygänger, Touristen und Wanderer entdeckten schnell die Vorzüge des besonderen Linienverkehrs.

Immer mehr Gemeinden meldeten sich und wollten mit Haltestellen eingebunden werden. Das Projekt wuchs stetig und im Jahr 2019 fuhren rund 325.000 Fahrgäste mit dem AST 2,5 Millionen Kilometer.

„Inzwischen ist der Kreis mit 55 AST-Linien, die mit Bus und Bahn verknüpft sind, voll erschlossen“, erklärt Dr. Olaf Winter, Leiter der Abteilung Öffentlicher Personennahverkehr bei der Energie Waldeck Frankenberg (EWF): „ Alle drei Netzebenen, Bahn, Bus und AST, bilden einen Stundentakt an 365 Tagen von 5.30 Uhr morgens bis 1.30 Uhr in der Nacht. Grundsätzlich wird über die Entwicklung des Bus- und AST-Verkehrs im Nahverkehrsplan aber immer beraten und entschieden.“

Anrufsammeltaxis sind zu festen Fahrplanzeiten unterwegs – aber nur dann, wenn der Fahrgast seinen Fahrtwunsch bis 30 Minuten vor Fahrt telefonisch, über die App des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) oder online anmeldet. Ein bedarfsgesteuerter Flächenbetrieb, bei dem die Fahrzeuge flexibel unterwegs sind, muss genau organisiert und verwaltet werden.

Die Fahrkostenzuschüsse an die Unternehmen werden vom Kreis und den Kommunen gemeinsam übernommen. Nach Angaben von Landkreis-Pressesprecher Dr. Hartmut Wecker trägt der Landkreis heute 65 Prozent der Kosten und die Kommunen zusammen 35 Prozent. Das sind rund 1,5 Millionen Euro für den Kreis und etwa 800.000 Euro für die Städte und Gemeinden. (Von Barbara Liese)

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