Korbacher Hotel Touric: Streit zwischen Asylbewerbern, neue Hintergründe

36-jähriger Mann aus Eritrea getötet

Korbach - Ein 36-jähriger Mann aus Eritrea ist am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Streit zwischen Asylbewerbern im Korbacher Hotel Touric getötet worden. Ein 18 Jahre alter Landsmann wurde am Freitagabend wegen dringenden Tatverdachts verhaftet. Die Asylbewerber wurden an einem anderen Ort untergebracht.

Zu der Auseinandersetzung kam es am frühen Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages. Dabei wurde der 36-Jährige tödlich am Kopf und am Hals verletzt. Nach ersten Aussagen eines Gerichtsmediziners sind die Verletzungen auf eine äußere Gewalteinwirkung zurückzuführen. Die zur Tatzeit im Hotel noch anwesenden sechs Asylbewerber wurden vorläufig festgenommen.

In den weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei ergab sich ein dringender Tatverdacht gegen einen 18 Jahre alten Eritreer, der sich in dem Hotel ein Zimmer mit dem Getöteten teilte. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt, der noch am späten Freitagabend einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts auf Totschlag erließ.

Die Mitbewohner im Hotel waren teilweise Zeugen des Geschehens. Sie wurden nach ihren Vernehmungen in die Obhut der Stadt Korbach übergeben und mit Decken und Feldbetten in einer Notunterkunft untergebracht. Worum es in dem Streit ging und wer ihn ausgelöst hatte, ist bislang noch unklar.

Die Gruppe von Männern eritreischer Herkunft im Alter zwischen 18 und 36 Jahren ist seit Mitte Dezember im Hotel Touric untergebracht, das Opfer war der Älteste unter ihnen. Nach dem Streit hatten sich einige der Männer an der Rezeption bemerkbar gemacht und nach Krankenwagen und einem Arzt verlangt. Umgehende Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. Die Polizei übernahm Spurensicherung und Ermittlungen.

Unterbringungen von Asylbewerbern in Korbacher Hotels sind eine Ausnahme. Im Fall der Flüchtlinge aus Eritrea hatte der Landkreis als zuständige Behörde die Stadt Korbach bereits Ende November angewiesen, die Asylbewerber aufzunehmen, da alle weiteren Unterkünfte belegt seien. Dies ist offenbar ein übliches Verfahren, das auch andere Städte im Landkreis betrifft. Die Asylbewerber bleiben dabei meist nur für kurze Zeit, bevor sie dann an andere Orte oder in zentrale Aufnahmeeinrichtungen kommen.

Ursprünglich bestand die Gruppe aus dem afrikanischen Land aus zehn Personen, erklärte die Korbacher Stadtverwaltung am Samstag auf Nachfrage von WLZ-FZ. Die Flüchtlinge waren zunächst in der Jugendherberge am Enser Tor untergebrach. Die verbliebenen sieben Männer aus Eritrea musste dnann aber umziehen, weil die Jugendherberge über Weihnachten die Pforten schloss. Die Stadt suchte deshalb nach Rücksprache mit dem Landkreis Mitte Dezember ein vorübergehendes neues Quartier für die Männer aus Eritrea.

Dabei erklärte sich die Familie Weis, Betreiber des Hotels Touric, bereit, die Flüchtlinge nach ihrer Odyssee über Weihnachten aufzunehmen, schildert Erich Weis. Die Asylbewerber seien ruhig und freundlich gewesen, kein Streit. Auch Alkohol und Drogen waren tabu. Friedlich verlief zunächst auch der 26. Dezember. Weder Hotelpersonal noch Gäste hätten von dem tragischen Konflikt etwas bemerkt. Nur ein kurzes Poltern auf einem Zimmer sei am Abend zu hören gewesen.

Nach dem tragischen Konflikt sitzt der Tatverdächtige in Haft. Für die verbliebenen fünf Asylbewerber aus Eritrea hat die Stadt eine Notunterkunft zugewiesen. (jk/lb)

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