Arbeitslosenquote in Waldeck-Frankenberg steigt auf 4,6 Prozent

3976 Menschen ohne Arbeit

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Waldeck-Frankenberg - Der Aufwärtstrend auf dem heimischen Arbeitsmarkt wird im Juli gebremst: 86 Waldeck-Frankenberger mehr als im Juni waren im vergangenen Monat arbeitslos. „Kein Grund zur Panik“, befindet aber Agenturchef Uwe Kemper.

Die Arbeitslosenquote in Waldeck-Frankenberg stieg im Juli um 0,1 Prozentpunkte. „Das haben wir wegen des saisonalen Einflusses aber auch nicht anders erwartet“, erklärt Agenturchef Uwe Kemper.

Denn im Juli seien vor allem viele junge Leute vorübergehend arbeitslos gemeldet - zwischen Schule und Ausbildung oder Ausbildung und Studium. „Diese Entwicklung ist also nicht besorgniserregend“, erklärt Kemper. Ein positives Signal: Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 262 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. „Wir beobachten also keine Reaktion auf weltwirtschaftliche Entwicklungen“, erklärt Kemper. Problematischer sei allerdings die Lage bei den gemeldeten freien Stellen. Die sind im zweiten Monat in Folge rückläufig. „Viele Betriebe sehen keine Chance mehr, ihre Stellen zu besetzen“, sagt Kemper und wirbt für mehr Offenheit bei Arbeitgebern und Bewerbern. „Wir würden uns auch wünschen, dass Bewerber, die vom Arbeitsamt vermittelt werden, die gleichen Chancen haben wie andere Bewerber“, appelliert Kemper an die Personalabteilungen. Währenddessen meldet Otto Richter aus dem Jobcenter einen positiven Trend: 2488 Personen empfingen im vergangenen Monat Hartz IV, vier weniger als im Vormonat, 100 weniger als im Vorjahr. „Daraus ziehen wir den Schluss, dass sich der Markt gut entwickelt“, erklärte Richter. „Erfolgstreiber“ seien vor allem die Zeitarbeit, das verarbeitende Gewerbe, die Gastronomie und der Gesundheitssektor. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank.

„Vor allem die Flüchtlinge werden künftig stärker in den Fokus rücken“, betonte Kemper dann. Um 20 Prozent sei die Zahl der Flüchtlinge gestiegen, die nach Arbeit suchen würden. „Die größten Herausforderungen sind sprachliche Probleme, Qualifizierungen und die Anerkennung von Abschlüssen“, erklärte Kemper. So schnell wie möglich wolle man Wege finden, den Flüchtlingen einen Zugang zum Markt zu ermöglichen. „Wir begreifen das als Chance“, ergänzte Richter. So erarbeitet die Agenturleitung in diesen Tagen einen Vorschlag, um eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge einzurichten. Kemper: „Mein Wunsch ist eine Tür, hinter der Flüchtlinge Ansprechpartner für ganz verschiedene Fragestellungen finden. Wir wollen auf die Menschen zugehen.“

Von Theresa Demski

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