Wahrscheinlich längste Geocaching-Route Deutschlands

505 Schätze entlang der alten Waldecker Grenze

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Schätze an der Grenze: Eleonore Weinbach mit einer Karte Waldecks von 1957 und einem Röhrchen, das als Cache dient. 

Twistetal-Twiste. Geocaching ist die große Leidenschaft von Eleonore Weinbach aus Twiste. Seit gut vier Jahren geht die 65-Jährige jedes Wochenende auf die Suche nach versteckten „Schätzen“. Nun hat sie selbst eine Route für Geocacher gelegt – mit 505 sogenannten Dosen auf 450 Kilometern. Einmal komplett entlang der alten Grenzen Waldecks. Entstanden ist so die wahrscheinlich größte Caching-Route Deutschlands.

Aus dem Jahr 1957 stammt die Karte des Altkreises Waldeck, die Eleonore Weinbach vergangenes Jahr beim Aufräumen fand. „Ich fand den Grenzverlauf so schön, er sieht ein bisschen aus wie ein Hund“, findet sie. „Ich dachte, dass sich das Bild gut auf einer Cache-Karte machen würde.“

Seit vier Jahren ist die Physiotherapeutin Geocacherin, geht also regelmäßig mit GPS-Gerät auf die Suche nach „Dosen“, in denen entweder ein Logbuch oder ein Mini-Gegenstand zum Tauschen stecken. In den Logbüchern tragen sich die Finder ein, registrieren sich im Internet und legen den Fund anschließend wieder zurück – für die nächsten Geocacher. Manches Mal werden auch kleine Gegenstände in den „Dosen“ versteckt, die der Finder im Austausch gegen einen anderen Gegenstand mitnehmen kann. Das Schatzkästchen bleibt dabei immer an Ort und Stelle.

1200 Röhrchen für die Geocaching-Route präpariert

Weil sie die Form des Altkreises so gut fand, war schnell die Idee geboren, entlang der Grenze eine neue Geocaching-Route anzulegen. Im November 2017 hat sie die erste Dose gelegt – nahe Bad Arolsen – und Ende Juni die letzte. 505 schmale, längliche Plastik-röhrchen sind es schließlich geworden, verteilt auf 450 Kilometern. Dafür hat sie sich nicht nur grünes Licht geholt vom Geocaching-Dachverband, sondern auch vom Landkreis Waldeck-Frankenberg.

1200 wasserdicht verschlossene PET-Röhrchen – genug, um kaputte auszutauschen – hat Eleonore Weinbach dann mit Zetteln gefüllt, die als Logbücher dienen, und entweder mit schwarzem Panzertape umwickelt oder mit weißer Farbe bemalt. Auch eigene Halterungen hat sie gebaut.

Tausende Kilometer hat sie innerhalb von sieben Monaten zurückgelegt, um die „Dosen“ entlang der alten Grenze zu verstecken. „Sie sind so versteckt, dass auch ortsfremde Cacher sie finden“, sagt die Twisterin. An Bäumen, unter Steinen oder hinter Bänken sind die Röhrchen zu finden. Genaueres will sie aber nicht verraten – schließlich soll der Spaß nicht verdorben werden. Dabei hat sie selbst auch viele Ecken kennengelernt, von denen sie vorher noch nie gehört hatte, berichtet sie.

An jedem Cache gibt es Haltebuchten oder Parkplätze

Ob mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder dem Motorrad: Die Suchenden haben mehrere Möglichkeiten, an die Caches zu gelangen. Lediglich zu Fuß sei es nicht möglich, da die Verstecke manches Mal auch an stärker befahrenen Stellen seien, sagt Weinbach. Das Suchen sei dennoch kein Problem: An jedem Cache gibt es Haltebuchten oder Parkplätze. „Niemand muss mitten auf der Straße anhalten.“ Und jede Straße sei öffentlich.

Viele hätten die Runde jetzt schon absolviert, sagt Weinbach. Denn so viele Caches auf einer Route, so sagt sie, gibt es wahrscheinlich nirgends sonst in Deutschland. Das könne auch den Tourismus in der Region weiter ankurbeln, hofft sie.

Mitmachen beim Geocaching kann jeder, sagt sie. Wer jedoch nicht mitmache und einen Cache finde, solle ihn bitte liegen lassen, appelliert sie. Sonst sei der Spielspaß schnell wieder vorbei. Zwei bis drei Mal im Jahr wird Weinbach nun die Runde warten, kaputte Röhrchen austauschen oder neue Logbücher hinein legen.

Ob sie auch eine Route entlang des Altkreises Frankenberg legen wird? Diese Frage höre sie andauernd, sagt sie. Ausgeschlossen ist es nicht. Ein Haken: Sie hat keine Karte des Gebiets aus der Zeit noch vor der Gebietsreform. Irgendwann könnte die Route aber mal folgen, sagt sie.

Die Tour rund um Waldeck hat sie auch selbst schon einmal komplett absolviert, zusammen mit ihrer Familie. Um Mitternacht ging es los, hintereinander weg haben sie dann alle Caches gesucht. Insgesamt, so erzählt sie lachend, waren sie 21,5 Stunden unterwegs.

Geocaching ist eine Art moderne Schnitzeljagd

Geocaching ist eine Art moderne Schnitzeljagd. Sogenannte „Dosen“ werden von Cachern auf der ganzen Welt versteckt und die Koordinaten veröffentlicht. Mittels GPS-Geräten gehen andere dann auf die Suche danach. Wer einen Schatz findet, trägt sich ins Logbuch ein und speichert sein Ziel im Internet.

Wer mitmachen möchte, muss sich auf einer Internetseite als Nutzer registrieren, zum Beispiel auf www.geocaching.com.

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