Montagabend Müll am Goeckestift, im Haus Thalita und an zwei Stellen entlang der Allee angezündet

54-Jähriger nach Containerbränden in Bad Wildungen festgenommen

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Bad Wildungen - Ein mutmaßlicher Brandstifter verbreitete am Montagabend Schrecken im Mutter-Kind-Kurheim Haus Thalita. Weil er in einem von außen zugänglichen Keller Müll angesteckt hatte, lösten die Brandmeldeanlage und die Sirenen aus, so dass die Bewohner des Heims rasch das Haus verließen. Während die Feuerwehr herbeieilte, um die Flammen zu löschen, schnappte die Polizei in der Nähe den 54-jährigen Mann. Der zuständige Haftrichter in Fritzlar schickte ihn am Dienstagnachmittag in U-Haft. Der Festgenommene steht im Verdacht, zwischen 21.30 und 22.15 Uhr nicht nur das Feuer im Haus Thalita gelegt zu haben, sondern kurz zuvor eines im Müllcontainer des Altenheims Goeckestift sowie zwei weitere in der Allee. Der polizeibekannte Neu-Wildunger könnte auch für die übrigen vergleichbaren Feuer der vergangenen 14 Tage verantwortlich sein, etwa am Elektronikmarkt in der Itzel am 11. November.

Mit den vier vom Montagabend summieren sich die registrierten Fälle auf neun. Die Beamten, darunter solche in Zivil, hatten den Mann versteckt hinter einem Auto gefunden. Er wohnt in Wildungen und soll vor nicht allzu langer Zeit aus Kassel in die Badestadt gezogen sein. Er ist polizeilich mehrfach in Erscheinung getreten und die Ermittlungen zur Brandserie laufen nach Angaben der Polizei auf Hochtouren. Die eingesetzten Beamten zeigten sich nach der Festnahme sehr erleichtert: "Wir sind froh, dass wir den mutmaßlichen Brandstifter festnehmen konnten, ohne dass Menschen zu Schaden gekommen sind."Gegen 21.30 Uhr hatte das Altenheim Goeckestift am Montag das erste Mülleimerfeuer gemeldet. Die Stützpunktwehr rückte an und überwachte den kleinen Brand, während Polizeibeamte Spuren sicherten. Währenddessen traf der nächste Alarm bei der Feuerwehr ein. Betroffen dieses Mal: das Haus Thalita. In einem Kellerraum, der von außen zugänglich war, brannten Kunststoffmülleimer und Müllsäcke mit offener Flamme, teilt Feuerwehr-Pressesprecher Udo Paul mit. Rauchschwaden, die ins Gebäude des Mutter-Kind-Kurheimes gezogen waren, hatten die Brandmeldeanlage ausgelöst und damit Sirenen, die rechtzeitig die Bewohner warnten. So lief deren Evakuierung beim Eintreffen der Einsatzkräfte schon. Knapp 40 Personen fanden im gegenüberliegenden griechischen Lokal Unterkunft. Die Leitstelle hatte vorsorglich nicht nur die gesamte Wildunger Wehr, sondern auch das DRK mit der Schnelleinsatzgruppe und der Bergwacht in Marsch gesetzt. Während die Feuerwehr die Kurklinik entrauchte, kümmerten sich die DRK-Aktiven um die Bewohner. Sie wurden alle bestens versorgt und zu einem späteren Zeitpunkt in das Haus zurück begleitet. Dort erhielten sie Informationen über die Hintergründe des Einsatzes und der Evakuierung und darauf hingewiesen, dass sie ihre Zimmer wieder beruhigt und ohne Sorge aufsuchen können.Zur Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr zwei Trupps unter Atemschutz mit zwei C-Rohren im Innenangriff ein. Weitere Trupps unter Atemschutz durchsuchten das Gebäude nach weiteren Bewohnern. Die Feuerwehr Bad Wildungen war unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Ralf Blümer mit 38 Einsatzkräften und acht Fahrzeugen im Einsatz. Den im Thalita entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf 20 000 Euro. (rü/su)

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