Kriminalstatistik für Waldeck-Frankenberg weist beste Aufklärungsquote Nordhessens aus

5936 Straftaten wurden 2017 im Landkreis begangen

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis ist deutlich zurückgegangen.

Waldeck-Frankenberg. 5936 Straftaten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Waldeck-Frankenberg und damit 230 mehr als 2016. Eine Besonderheit ist die Aufklärungsquote: Sie lag 2017 bei 64,4 Prozent. „Das ist die höchste Quote in Nordhessen“, sagte Achim Kaiser, Leiter der Polizeidirektion, bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Noch nie sei die Quote im Landkreis so hoch gewesen.

Der Anstieg der Straftaten sei vor allem auf eine höhere Internetkriminalität zurückzuführen. 579 Fälle wurden im vergangenen Jahr gezählt, 2016 waren es noch 274: ein Anstieg von 111 Prozent. Bei den allermeisten Fällen ging es um Betrug.

Deutlich gesunken ist die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle: Von 182 (2016) auf 82 (2017). Bei 51 Prozent gingen die Taten nicht über einen Versuch hinaus, die Täter wurden also gestört oder scheiterten. Die meisten Wohnungseinbrüche wurden in Willingen gezählt: 15. Im Jahr zuvor waren es noch sieben. In Korbach waren es zwölf (2016: 21), in Frankenberg zehn (19), in Bad Arolsen sieben (21) und in Bad Wildungen acht (60). In der Kurstadt hatte 2016 eine bosnische Tätergruppe 39 Wohnungseinbrüche begangen. Sie wurden letztlich in Erfurt festgenommen.

Einen Anstieg gab es bei der Zahl der Sexualdelikte. 93 wurden registriert und damit 22 mehr als im Jahr davor. Dies sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass ein neuer Paragraf erstmals statistikwirksam wurde. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 91,4 Prozent. Oft bestehe eine Beziehung zwischen Tätern und Opfern, sagte Kripo-Chef Christian Golomb. Das Entdeckungsrisiko ist deshalb hoch.

38 sexuelle Missbrauchsfälle wurden 2017 registriert und 24 Mal die Verbreitung pornografischer Schriften. In beiden Bereichen stiegen die Zahlen leicht an.

452 Lkw kontrolliert

Im gesamten Raum Nordhessen wurden im Jahr 2017 insgesamt 42 416 Straftaten registriert. Knapp 14 Prozent dieser Taten entfielen auf Waldeck-Frankenberg. Doch nicht alle Aktivitäten der Polizei im Landkreis fließen in die Statistik ein. So auch die Zahl der Fahrzeugkontrollen im Lkw-Verkehr. 452 Fahrzeuge kontrollierte der Regionale Verkehrsdienst vergangenes Jahr, 2016 waren es 582. Außerdem wurden 38 Schwertransporte begleitet (162) und 69 (116) Vermisstenfälle bearbeitet und es gab 79 (131) Beratungen zum Einbruchsschutz. Zudem wurden mehr als 4300 Ersuchen von anderen Behörden bearbeitet.

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