Werkstätten bereiten sich vor – 2,5 Millionen Fahrzeuge betroffen

Abgas-Affäre: Erste Autos in Waldeck-Frankenberg erhalten neue Software

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Software-Update bei VW: Obermeister Frank Maurer mit einem VW Passat aus dem Jahr 2013, der vom Abgas-Skandal betroffen ist und nachgerüstet wird.

Waldeck-Frankenberg. Nach dem Abgas-Skandal für Dieselfahrzeuge des VW-Konzerns ist nun die erste Welle von Nachrüst-Aktionen in den heimischen Werkstätten angelaufen.

Im Frankenberger VW-Autohaus Maurer erhielt am Dienstag ein VW Passat mit 2-Liter-Dieselmotor ein Software-Update direkt aus der Wolfburger Konzernzentrale. Bundesweit sind etwa 2,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. „Wir kriegen das ganz gut hin“, sagte Frank Maurer, Obermeister der Kfz-Innung in Waldeck-Frankenberg. „Die meisten unserer Kunden sind sehr entspannt.“ 

Im September 2015 war bekannt geworden, dass VW mit einer speziellen Motor-Software die Abgaswerte so manipuliert hat, dass die strengen US-Grenzwerte eingehalten werden. Die Software erkennt nach einem Bericht des „Spiegel“, ob sich das Auto auf einem Prüfstand oder im realen Fahrbetrieb befindet. Der Unterschied: Im realen Fahrbetrieb wurden bei einem VW Jetta VI „15- bis 35 mal“ höhere Stickstoffwerte gemessen. 

„Ich find’s blöd“, sagte Frank Maurer, der sich als VW-Händler aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. „Das muss jetzt so schnell wie möglich für alle betroffenen Pkw und Nutzfahrzeuge geregelt werden.“ Fachleute hätten gewusst, dass die strengen US-Abgasnormen nicht zu erreichen seien. Maurer: „Die Kollegen anderer Marken waren alle erstaunlich ruhig.“ 

Nicht nur beim Abgas-, sondern auch beim Kraftstoffverbrauch soll VW geschummelt haben. Dazu soll beispielsweise Diesel ins Motoröl gemischt worden sein. Die Testzyklen seien in aller Regel „unrealistisch“, sagt Maurer. Für die Verbrauchstests fahre man „mit drei bar Reifendruck und ausgeschalteter Klimaanlage“. Dass über acht Monate seit Bekanntwerden des Skandals vergangen sind, begründet Maurer damit, dass erst nach Erreichen der Grenzwerte die Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt erfolgte. (Von Thomas Hoffmeister)

Mehr lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 28. Juni 2016

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