Waldeck-Frankenberg

Absage an Minister Banzer

- Waldeck-Frankenberg (jk). Der Kreis wird keine weiteren Gutachten zu Atemwegserkrankungen bei Kindern in Auftrag geben. Auch erweiterte Schuluntersuchungen von i-Männchen soll es nicht geben. Mit diesem Beschluss setzte sich am Montag die Koalition aus CDU, FWG und FDP mehrheitlich im Kreistag durch.

Der FWG-Abgeordnete Kai Schumacher (Korbach) stimmte dagegen – gemeinsam mit SPD, Grünen und dem Abgeordneten der Linkspartei. Voraus ging eine heftige Auseinandersetzung. „Sie wollen heute Ihren eigenen Beschluss aufheben, obwohl Ihnen der hessische Gesundheitsminister attestiert, dass Sie sich irren“, beschwor SPD-Sprecherin Jutta Kahler-Wilke süffisant. Denn Minister Jürgen Banzer gehört der CDU an. „Wir sind Ihnen doch schon weit entgegengekommen“, unterstrich Daniel May (Grüne): „Wenn Sie aus dieser Spirale herauswollen, Akzeptanz in der Bevölkerung möchten, dann geht das nur, indem Sie den runden Tisch wieder die Arbeit aufnehmen lassen und dieser gemeinsam eine akzeptable Lösung findet“, mahnte May. Ansonsten steuere die Koalition auf die nächste „Konfrontation“ mit den Menschen. Das sah FDP-Sprecher Dieter Schütz völlig anders. SPD und Grüne hätten in der Frage von Gesundheitsuntersuchungen und Luftmessungen „Beton angerührt“: „Aus jeder Vuvuzela bei der Fußball-WM kommt ein besserer Ton als dieses politische Getröte“, warf Schütz den Grünen vor. Inhaltlich geht es um einen Verdacht, dass Kinder in Korbach – aber auch Frankenberg und Gemünden – häufiger an Atemwegserkrankungen leiden als im hessischen Schnitt. Ausgangspunkt war die Debatte um das Müllheizkraftwerk in Korbach. Die Koalition will auf weitere Untersuchungen verzichten und hob einen entgegengesetzten Beschluss vom Dezember 2009 wieder auf. Minister Banzer hatte zuletzt erweiterte Schuluntersuchungen bei Erstklässlern vorgeschlagen. Doch nach allen Gutachten gebe es bisher keinen Beweis, dass heimische Kinder überdurchschnittlich krank seien, argumentierte CDU-Fraktionschef Rainer Opper.

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