Waldeck-Frankenberg

Abschied von der Glühbirne

- Mit der Abschaffung der 100-Watt-Glühlampe und den mattierten Leuchtmitteln beginnt heute das EU-Verbot für die beliebte Birne. Viele Menschen in Waldeck-Frankenberg reagieren mit Hamsterkäufen.

Waldeck-Frankenberg (resa). Thomas Alva Edison würde in diesen Tagen wohl die ein oder andere Träne vergießen und das Ende seiner Glühlampe wehmütig betrauern. Lange Jahre hatte der Amerikaner an seiner Erfindung gearbeitet, Forschungsergebnisse von Männern vor seiner Zeit aufgegriffen und 1879 schließlich veröffentlich – der Erfolg war bahnbrechend. Die Glühlampe mit Kohlefaden machte Thomas Alva Edison berühmt und die Stuben der Menschen heller. Denn es deutete sich an: Elektrisches Licht würde irgendwann für alle Menschen erschwinglich. Am 18. Oktober 1931 starb Edison, 78 Jahre später ist nun auch seine Erfindung am Ende – zumindest in Europa, Australien, Neuseeland und Kuba. Stufenweise werden auch in Deutschland die alten Glühbirnen abgeschafft, ab heute verschwinden Birnen mit einer Leistungsstärke von 100 Watt und mehr ebenso wie mattierte Glühlampen vom Markt. Anfang nächsten Jahres sollen dann Birnen ab 75 Watt und bis 2012 auch schwächere Lampen ersetzt werden. Rund 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid will die EU-Kommission so im Jahr einsparen, denn ein Großteil des von Glühbirnen verbrauchten Stroms verpufft in Form von Wärme, nur fünf Prozent werden in Licht umgesetzt. Die Energiesparlampe wartet als Nachfolgerin schon in den Startlöchern – sie setzt bis zu 25 Prozent des verbrauchten Stroms in Licht um. „So können pro Haushalt jährlich bis zu 50 Euro Stromkosten gespart werden“, wirbt die Europäische Union für die Umstellung. EU-weit seien Einsparungen von insgesamt sieben Milliarden Euro im Jahr möglich.Doch Skeptiker sind wenig überzeugt von der länger haltenden Energiesparlampe: „Die Menschen müssen viel lernen, bevor die Umstellung reibungslos funktioniert“, vermutet Uwe Rost vom Korbacher Obi-Markt. Zwar hätten viele Haushalte bereits vor Jahren auf das umweltfreundliche Modell umgestellt, aber vor allem mit der Vorglühzeit müsse man lernen umzugehen. „Sonst halten die Lampen nicht lange“, weiß Rost, „und das wäre schade“.

Ebenso wie Uwe Rost, wollen sich auch viele Waldeck-Frankenberger nur ungern von der alten Glühbirne trennen. „Der Verkauf von Glühbirnen hat in den vergangenen Wochen zugenommen“, heißt es so etwa beim Einzelhandels-Verband Nordhessen. Allerdings würden alle Arten von traditionellen Glühbirnen vermehrt gekauft, obwohl es leistungsschwächere Modelle für den Haushalt noch zwei Jahre gebe. Auch laut dem Marktforschungsunternehmen GfK ist der Umsatz mit Glühbirnen im ersten Halbjahr dieses Jahres um 34 Prozent gestiegen.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Dienstag, 1. September 2009.

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