Beide Soldaten galten als sehr erfahren

Trauerfeier für Tiger-Piloten in Fritzlar: "Sie wären wieder ins Cockpit gestiegen"

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Fritzlar. Am Donnerstagmittag wurde in Fritzlar der beiden bei einem Hubschrauberabsturz in Mali umgekommenen Soldaten aus Nordhessen gedacht.

Aktualisiert um 14.27 Uhr - In diesem Artikel finden Sie erste Eindrücke von der Trauerfeier im Dom St. Peter:

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Mit dem Auszug der Särge wird die Trauerfeier abgeschlossen.

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Bausersachs liest aus den Kondolenzbüchern in der Kaserne vor:

Lieber Tommi, es war mir eine Ehre, Teil deines militärischen Lebens zu sein. Deinen Angehörigen wünsche ich die nötige Kraft und Gottes Segen.

Lieber Jan, seit so vielen Jahren gekannt und doch nicht alles gesprochen. So viel gemeinsam erlebt und trotzdem noch Lücken. So viel gemeinsam erlebt und trotzdem nie den ganzen Menschen kennengelernt. Ich werde dich vermissen.

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Bauersachs: Für diesen Auftrag waren beide fachlich und menschlich gut vorbereitet. Thomas M. war der erfahrenste Pilot an Bord. Wenn diese Besatzung den Absturz nicht abwenden konnte, hätte es keine andere vermocht.

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Der Kommandeur des Fritzlarer Kampfhubschrauberregimentes 36, Oberst Volker Bauersachs, redet nun: "Thomas und Jan haben vorbildlich ihrem Volk gedient." Bauersachs erinnert zudem daran, wie wichtig die Friedensmission in Mali ist, um Flucht und Vertreibung zu vermeiden.

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Von der Leyen fordert, den Einsatz in Mali weiterzuführen. Auch die Angehörigen hätten gesagt, die beiden Soldaten aus Fritzlar wären in dieser Situation wieder ins Cockpit gestiegen.

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Von der Leyen an die Angehörigen gerichtet: Als Verteidigungsministerin trage ich die Verantwortung für alle Angehörigen der Bundeswehr. Als Abgeordnete des Bundestages entscheiden wir, Soldaten in Einsätze zu entsenden. In Momenten wie diesen wird einem die Verantwortung mit aller Wucht bewusst. Der Einsatz für den Frieden in Mali ist gefährlich und von hoher Bedeutung, in einem Land, von dem wir nur durch zwei Staaten getrennt sind. Die Friedensmission stabilisiert die Region in unmittelbarer Nachbarschaft. Nach Gesprächen mit Soldaten habe ich den Wunsch und Willen der Kameraden gespürt, dass dieser Einsatz weiter gehen muss, und wir alles daran setzen ihn Schritt für Schritt zum Erfolg zu führen.

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Jan F. sei ein stolzer Flieger und Tiger-Pilot mit Leib und Seele gewesen. "Sein großer Traum war immer das Fliegen", sagt von der Leyen. Auch er sei einsatzerfahren gewesen, 2012 war er in Afghanistan, und auf dem Weg selbst Verantwortung für eine Staffel zu übernehmen.

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Von der Leyen: Thomas M. war 28 Jahre Soldat und gehörte zu den ersten Tiger-Piloten. Er war einer der erfahrensten Piloten - wenn nicht der erfahrenste Tiger-Pilot der Bundeswehr. Er kannte seinen Tiger in- und auswendig, war zweimal Afghanistan und schon einmal Mali.

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Von der Leyen: Major Jan F. und Stabshauptmann Thomas M. sind Anfang Juni zusammen in den Einsatz gegangen. Sie waren ein eingespieltes Team, haben sich gut verstanden im Cockpit. Sie waren Soldaten mit Leib und Seele. Sie waren Könner ihres Fachs, Vorbilder in ihrer professionellen Einstellung als Piloten, aber auch als Menschen. Sie haben in ihrem Cockpit im Einsatz ihr Leben verloren. Von ihrem letzten Flug am 26. Juli kehrten sie nicht mehr wieder.

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht: Sie erinnert an Major Jan F. und Stabshauptmann Thomas M. als tapfere Soldaten und herausragende Piloten. "Wir bleiben zurück, tief traurig, fassungslos und voller Fragen." 

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Major Jan F. und Stabshauptmann Thomas M. waren seit Januar 2014 in Fritzlar stationiert. Sie galten als verlässlich, verantwortungsbewusst und aufopfernd. Beide liebten es, zu fliegen und waren auch privat befreundet.

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Pastor: Am 26. Juli ereilte Sie (die Angehörigen und die Trauergemeinde, Anm. d. Red.) die Nachricht vom Tod von Major Jan F. und Stabshauptmann Thomas M. Beide stürzten mit dem Kampfhubschrauber in Mali ab. Eine Nachricht, die schwer zu begreifen ist, die Erde gerät ins Wanken. Langsam will man sich sammeln, man ahnt, dass man Abschied nehmen muss. Dazu kommen dann die Erinnerungen.

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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben sich die Familien verabschiedet. Für eine halbe Stunde waren sie am Donnerstagmittag mit den Särgen im Fritzlarer Dom allein. Im Anschluss begann dort die offizielle Trauerfeier.

Trauerfeier für Tiger-Piloten im Fritzlarer Dom

Soeben sind Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) in der Kirche eingetroffen. Von der Leyen wird eine Trauerrede vor den rund 500 Trauergästen im Dom halten.

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Im Dom befinden sich jetzt die Familienangehörigen allein, um in Ruhe von den Verstorbenen Abschied nehmen zu können. Hunderte Soldaten sind gerade in der Fritzlarer Innenstadt in Richtung Domplatz unterwegs. Das Heeresmusikkorps wird die Trauerfeier mitgestalten.  

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Auf dem Domplatz in Frizlar soll die Trauerfeier live übertragen werden.

In die Fritzlarer Altstadt kommt man derzeit lediglich zu Fuß - für Autos ist sie gesperrt. Feldjäger haben den Bereich um den Domplatz abgesperrt und sorgen für Sicherheit, nur mit Akkreditierung hat man hier Zugang. Derzeit wird die Ankunft der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Volker Wieker, vorbereitet. Erwartet wird auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

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Eine bedrückende Atmosphäre liegt über Fritzlar. Mehrere Hundert Trauergäste sind zur Trauerfeier gekommen.

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„Es soll der Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben werden, die Trauerfeier zu verfolgen“, bestätigte Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat am Mittwoch. Die Trauerfeier wird auf einer Leinwand vor dem Dom zu sehen sein. 

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Auf dem Platz zwischen Rathaus und Dom wurde zuletzt das dreitägige Kultursommer-Festival „Vor dem Dom“ vorbereitet. Am Donnerstagabend steht mit der Formation Franui die erste Gruppe auf der Bühne. Für die Veranstaltung wurde bereits eine Tribüne aufgebaut. Sie bietet 220 Menschen Platz und steht während der Trauerfeier den Besuchern offen.

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Die beiden getöteten Soldaten waren beim Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar stationiert. Major Jan F. aus Neuental (33) und der 47-jährige Stabshauptmann Thomas M. aus Gudensberg waren am vergangenen Mittwoch im westafrikanischen Mali bei einem Absturz ihres Kampfhubschraubers Tiger gestorben. Die Absturzursache ist noch ungeklärt.

Der Kommandeur aus Fritzlar zum Absturz:

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