Waldeck-Frankenberg

Acht Millionen Euro ins Schloss

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- Diemelstadt-Rhoden (jk). Das ist ein Pfund: Über acht Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren zur Sanierung von Schloss Rhoden. Das Altenpflegeheim soll gründlich renoviert werden, wie der Kreistag beschlossen hat.

In den politischen Reihen gibt es indes auch etliche Skeptiker. So gab die CDU-Fraktion vorige Woche im Kreistag die Abstimmung zum Wirtschaftsplan 2011 der Waldeckischen Domanialverwaltung frei. Insgesamt gab es neun Gegenstimmen und eine Enthaltung. Viele Optionen gibt es für die Zukunft des Schlosses in Rhoden nicht. Entweder das Altenpflegeheim wird modernisiert – oder es ist langfristig dort nicht mehr zu halten. Das war offenbar schon deutlich, als das Waldecksche Diakonissenhaus 2008 die Regie der Altenheime in Rhoden und Flechtdorf übernahm.

Der Landkreis gab damals die Trägerschaft ab. Grenze der Belastbarkeit Rund eine Million Euro will das Diakonissenhaus selbst investieren – für Inventar und Ausstattung. Der Löwenanteil muss aus der Kasse der Domanialverwaltung beglichen werden. Sie kann diese „Herkulesaufgabe“ dabei zwar aus Eigenmitteln stemmen, doch damit ist „die Grenze der Belastbarkeit“ erreicht, machte Verwaltungschef Rolf Kaufmann schon im Herbst deutlich. Das Domanium hat die Obhut über ein Sondervermögen, das noch aus dem ehemaligen Fürstentum und späteren Freistaat Waldeck rührt. Es geht um Burgen und Schlösser, Gutshöfe und viel Wald.

Die Waldecker profitieren alljährlich bis heute aus den Erträgen. Doch das kulturhistorische Erbe wiegt auch schwer: Rund 30 Millionen Euro sind nach Kaufmanns Angaben seit 1966 für die waldeckischen Schlösser geflossen. Dazu zählte beispielsweise auch ein Umbau in Rhoden zwischen 1978 und 1985. „Die Wirtschaftlichkeit ist für uns schwer darstellbar“, erklärte CDU-Haushaltsexperte Christian Engelhardt (Frankenberg) bei der Verabschiedung der Finanzpläne 2011 vorigen Freitag im Kreishaus. „Ja zu Rhoden“ Gerade angesichts der öffentlichen Finanznot gibt es nämlich Skeptiker, die sich fragen, ob all die kulturhistorischen Schätze auf die Dauer noch bezahlbar sind.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 22. Dezember

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