Korbacher Verbraucherberatung mahnt, Anträge auf Ermäßigung schnell zu stellen

Ärger über Rundfunkgebühren

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Die geräteabhängige Rundfunkgebühr und den Namen GEZ gibt es nicht mehr; seit 1. Januar ist eine pauschale Haushaltsabgabe durchgesetzt.

Waldeck-Frankenberg - Verwirrung löst die neue Rundfunkgebühr bei vielen Verbrauchern aus. Die Korbacher Verbraucherberatung gibt Tipps, die Ärger vermeiden.

Aus der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wurde mit Jahresbeginn der „Beitragsservice ARD, ZDF und Deutschlandradio“. Eine Erhöhung der Gebühren gebe es nach Angaben der Servicestelle nur bei rund zehn Prozent der Beitragspflichtigen. Die Belastungen könnten nun aber auch niedriger sein oder auf Antrag ermäßigt werden, erklärt Liane Reichhart, Leiterin der Korbacher Verbraucherberatung, die vom DHB-Netzwerk Haushalt getragen wird.

„Wichtig ist, dass in dem Fall jeder selbst tätig werden muss“, unterstreicht die Expertin. Denn: Da der Beitrag für drei Monate abgebucht werde, erfolge die Belastung ansonsten automatisch mit dem erhöhten Betrag von 53,94 Euro. „Wer das nicht berücksichtigt, riskiert Überziehungszinsen oder Mahngebühren zahlen zu müssen“, warnt die Beraterin. Sie rät daher zum schnellen Handeln, denn grundsätzlich bestehe für jeden Haushalt zunächst die volle Beitragspflicht. Zwar sei bis Ende vergangenen Jahres jeder schriftlich über zukünftige Mehrkosten informiert worden, doch viele hätten die Änderung erst mit der Abbuchung richtig wahrgenommen. Vor allem wenn bislang durch das Merkmal „RF“ auf dem Schwerbehindertenausweis eine Befreiung bestand, würden sich nun viele Betroffene ärgern, denn sie müssen seit Beginn des Jahres einen ermäßigten Beitrag von 5,99 Euro im Monat zahlen - wenn sie einen Antrag auf Ermäßigung gestellt haben, erklärt Reichhart: Nur wer taubblind ist oder sogenanntes Blindengeld erhalte, bleibe befreit.

Nach wie vor gebe es auch eine Befreiung für Empfänger bestimmter staatlicher Hilfen oder einer Ausbildungsförderung. Würden die Einkünfte wenig über der jeweiligen Bedarfsgrenze liegen, greife die Härtefallregelung.

„Freuen dürfen sich seit Jahresbeginn alle, die bisher zwei und mehr Beiträge zahlen mussten, obwohl sie im gemeinsamen Haushalt lebten. Sie sollten, wenn noch nicht geschehen, umgehend eine Befreiung beantragen. Nur so wird das zu viel gezahlte Geld zurückerstattet“, betont Liane Reichhart.

Als Haushalt wird jede angemeldete, abgeschlossene Wohnung definiert und ein Beitrag ist automatisch zu entrichten. Mit dieser Regelung ist ein bisher gefürchteter Kontrollbesuch zur Überprüfung der angemeldeten Geräte entbehrlich geworden. Den Klageweg müssen wahrscheinlich diejenigen beschreiten, die weder Radio, Fernsehen noch internetfähiges Gerät besitzen, vermutet die Beraterin.

Wer noch weitere Informationen zu den geänderten Rundfunkgebühren oder anderen Verbraucherthemen wünscht, kann sich gern an die Beraterinnen der Verbraucherberatung im DHB-Netzwerk Haushalt wenden: Sie sind dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 15 bis 18 Uhr im Verbraucherbüro im Bürgerhaus (Eingang Unterstraße) zu erreichen, auch telefonisch unter 05631/53971; Rechtsberatung findet nach Terminvereinbarung statt. (r/md)

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