Zahl der offenen Stellen ist wieder leicht gestiegen

Agentur verzeichnet im Februar weniger Arbeitslose im Kreis  

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Trotz des Winters ging die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg im Februar leicht zurück.

Trotz des Winters ging die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg im Februar leicht zurück: 3242 Menschen waren gemeldet – vier weniger als im Januar und 69 weniger als vor einem Jahr.

Ruhig sei die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt, berichtete der Chef der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper, am Freitag bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen. Die Arbeitslosenquote im Kreis liege stabil bei 3,7 Prozent. 

In der kalten Jahreszeit steigt die Arbeitslosigkeit eigentlich saisonbedingt, weil in im Freien weniger Arbeit anfällt. Dieser Effekt hat sich im Februar kaum ausgewirkt, auch wegen des milden Wetters. „Der Winter hinterlässt auf dem heimischen Arbeitsmarkt kaum Spuren“, erklärte Kemper.

Die Lage im Bezirk:

Zum Bezirk der Korbacher Agentur gehören die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Dort ist die Zahl der Arbeitslosen um 1,6 Prozent gegenüber dem Januar gesunken: 6802 Menschen waren auf Jobsuche. Das sind 113 weniger als im Januar, aber 86 mehr als im Februar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 3,7 Prozent – 2019 hatte sie bei 3,6 Prozent gelegen.

Die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis

Blick auf die drei Geschäftsstellen der Agentur in Waldeck-Frankenberg: 

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren 1578 Menschen ohne Arbeit registriert. Das sind elf weniger als im Januar und 57 weniger als im Februar 2019. Die Quote bleibt bei 3,8 Prozent. 
  • Frankenberg meldet 923 Arbeitslose, 13 weniger als im Vormonat, aber fünf mehr als im Vorjahresmonat. Die Quote bleibt stabil bei 3,2 Prozent – so wie im Januar 2020 und im Februar 2019. Damit hält die Geschäftsstelle weiter die Spitzenposition im ganzen Bezirk. 
  • In Bad Arolsen sind 741 Menschen ohne Beschäftigung erfasst. Im Vergleich zu Januar sind das 20 mehr, im Februar 2019 waren es 17 Betroffene weniger. Die neue Quote liegt bei 4,2 Prozent, im Januar waren es 4,1 und im Vorjahr 4,3 Prozent.

Rückgang bei den Jobcentern

Ein Trend hat sich im Februar fortgesetzt: Während sich die Zahl der betreuten Arbeitslosen bei der Agentur seit etwa einem Jahr erhöht, verringert sie sich in den Jobcentern: Sie verzeichneten im Bezirk im Februar 1098 weniger Betroffene als vor einem Jahr, im Kreis sind es 557 Menschen weniger. Insgesamt haben sie rund zehn Prozent weniger Leistungsberechtigte als noch 2019.

 Trotz der Risiken der Weltwirtschaft, der Brexit-Debatte oder den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Wirtschaft: „Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor stabil“, betont Kemper. „Die erfreulichen Zahlen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich im Umbruch befindet.“ 

Qualifizierung wichtig

Diese Entwicklung spürten gerade geringer Qualifizierte. Wichtig sei ihre „zielgerichtete“ berufliche Weiterbildung. Er riet, sich intensiv Gedanken um eine Qualifizierung zu machen, sie entscheide, „ob ich mein berufliches Leben planen kann oder nicht.“ 

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze liege auf dem hohen Niveau des Vorjahres, aber die Zahl der Bewerber sei rückläufig. 

Der Anteil der Flüchtlinge an den Arbeitslosen liege bei 13,4 Prozent. Ein immer höherer Anteil qualifiziere sich – „das ist wunderbar.“ Eine weitere Gruppe habe inzwischen Familie, damit würden für sie bestimmte Beschäftigungen unattraktiver.

Angesichts des Mangels an Beschäftigten bildeten Flüchtlinge eine „bedeutsame Gruppe, wir müssen ihre Potentiale systematisch entwickeln.“ Derzeit seien im Bezirk 1669 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet, 665 von ihnen sind auch arbeitslos. Im Kreis sind es 901 Gemeldete, von denen 393 als arbeitslos registriertsind. 

Bei allen Männern ging die Arbeitslosigkeit um ein Prozent gegenüber Januar zurück, bei den Frauen um 2,5 Prozent. Einen Anstieg von 3,8 Prozent gab es bei den jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren - wobei nach Einschätzung Kempers das Ende der Ausbildung eine Rolle spielt. Im Vergleich zum Vorjahr weise die Gruppe aber einen Rückgang um 7,1 Prozent auf.

Vom leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich seien gerade Leute ab 50 Jahren und Ausländer betroffen. Bei Arbeitslosen über 55 Jahren sei eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2019 auszumachen.

Nach wie vor positiv sei bei den Jobcentern der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit, die Reduzierung sei „bemerkenswert“.

Wieder mehr offene Stellen

 Der Stellenbestand war mit 2936 Angeboten im Februar wieder deutlich höher als im Januar: Er stieg um 167 Offerten oder um sechs Prozent. 

Neu hinzu kamen 853 unbesetzte Stellen, 295 mehr als Januar. Das entspricht einer Steigerung um 52,9 Prozent.

 Insgesamt liege die Entwicklung des Arbeits- und Stellenmarktes auf dem Vorjahresniveau, sagte Kemper. „Man merkt die gute Wirtschaftsstruktur im Bezirk." (-sg-)

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