Musik-Tipp

Lindsay Ell singt von Herzschmerz 

Country-Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Lindsay Ell singt von Trennungsschmerz und Mut. „Heart Theory“ ist ein gefühlvolles Album.

Die Phasen der Trauer geben den roten Faden für ihr Album vor: Schock, Leugnung, Wut, Verhandeln, Depression bis zur Akzeptanz. Von Wut bis Melancholie reicht die Spanne, beleuchten aber auch die schönen Lebensmomente – die gebürtige Kanadierin entführt in ihre Welt aus wechselnden Gefühlen. „I Don’t Love You“ schreit sie den Schmerz heraus, und „Want Me Back“ beschreibt den Prozess des Vergessens. Besonders intim wird’s bei „Make You“, mit dem sie über ihre furchtbare Erfahrung eines sexuellen Missbrauchs singt, den sie schon mit 13 erlebt hat. Schließlich blickt sie bei „Ready To Love“ wieder voller Energie und Optimismus nach vorn.

So eingängig und nachvollziehbar wie ihre Texte ist die Musik, bei der Starproduzent und Gitarrist Dan Huff, einige Co-Songwriter und als Komponisten Sheryl Crow, Brandy Clark sowie Kacey Musgraves halfen: Die poppigen Melodien zur austauschbaren Stimme gehen leicht ins Ohr und fischen oft dem Stil von Keith Urban folgend in seichten Countrygewässern. 

Zum Glück lässt die 31-Jährige mit ihrem Gitarrenspiel auch R&B-Vibes und die Substanz alter Blues-Meister blitzen. Die Gitarrenparts des sexy Nashville-Stars erinnern ein wenig an John Mayers Continuum – Lindsays Cover-Projekt, das sie vor zwei Jahren veröffentlichte. Und was die Amerikanerin live drauf hat, zeigte sie vor dem Corona-Ausbruch auf ihrer Tour in Deutschland mit ihren angemalten Fender Strat-Gitarren – zum Beispiel beim Auftritt im Kölner Blue Shell.  

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