Hessische Gesellschaft für Ornithologie bittet um Meldung aller Kuckuck-Beobachtungen

Kuckuck auch in Waldeck-Frankenberg  seltener zu hören

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Foto mit Seltenheitswert: In der zweiten Aprilhälfte kehrt der Kuckuck – das Foto stammt von Dieter Bark – aus seinem Winterquartier zu seinen Brutplätzen zurück. Heuer wurde die erste Beobachtung am 20. April aus der Werbeaue bei Höringhausen gemeldet.

Waldeck-Frankenberg – Der Kuckuck ist auch in Waldeck-Frankenberg immer seltener zu hören. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie bittet um Meldung aller Kuckuck-Beobachtungen.

Waldeck-Frankenberg – Der Kuckuck gehört zu den bekanntesten heimischen Vogelarten. Zwar ist der einem Sperber ähnliche Vogel nur selten zu sehen, doch mit den charakteristischen Rufen des Männchens gilt er als Frühlingsbote.

Auch in Waldeck-Frankenberg sind die Rufe des Kuckucks immer seltener zu vernehmen. Deshalb ist er auf der Roten Liste des Kreisgebietes als „gefährdet“ eingestuft, ebenso in der Hessen-Liste. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) bittet deshalb um Mitteilung aller Kuckuck-Beobachtungen.

An das Internetportal www.ornitho.de wurden 2018 insgesamt 154 Kuckuck-Beobachtungen aus dem Landkreis gemeldet, überwiegend aus den Flussniederungen, insbesondere dem Edertal. Größere Wälder und Höhenlagen werden gemieden. So sind zum Beispiel keine Kuckuck-Meldungen aus dem Nationalpark bekannt geworden. Schwerpunkt der Rufaktivität sind die Monate Mai und Juni.

Drei Gründe für Rückgang

Vor allem drei Gründe zeichnen für den Rückgang des Kuckuck-Bestandes verantwortlich: 

Der Kuckuck ernährt sich fast ausschließlich von Insekten, größtenteils von Schmetterlingsraupen, wobei er auch behaarte frisst, die von anderen Vögeln gemieden werden. Somit wird er ein Opfer des dramatischen Insektenschwunds.

Der Kuckuck ist ein Brutparasit. Das Weibchen legt seine Eier in die Nester verschiedener kleinerer Singvögel. Der soeben geschlüpfte Jungkuckuck wirft die Eier oder Jungen seiner Wirtsvögel aus dem Nest. Diese füttern ihn dann, weil für sie der große rote Rachen des jungen Kuckucks einen unwiderstehlichen Reiz darstellt. Als Wirtsvögel wählt das Kuckuck-Weibchen ausschließlich Insektenfresser, deren Bestände ebenfalls unter Nahrungsmangel leiden. In Waldeck-Frankenberg wurden bisher Bachstelzen, Hausrotschwänze, Sumpfrohrsänger und Rotkehlchen als Wirtsvögel nachgewiesen. Wahrscheinlich gehören zu den Wirtseltern auch Wiesenpieper und Teichrohrsänger. Problem ist, dass das Kuckuck-Weibchen nicht beliebig die Wirtsvögel wechselt, sondern bestimmte Arten bevorzugt, deren Eier den eigenen ähneln. 

Zudem sind Kuckucke Langstreckenzieher. Sie überwintern in Afrika südlich des Äquators. Die lange Reise von rund 9000 Kilometern in ihr Brutgebiet birgt vielerlei Gefahren. Langstreckenzieher sind deshalb stärker gefährdet als Kurzstreckenzieher.  red

Gemeldet werden kann per E-Mail an beobachtungen@nabu-waldeck-frankenberg.de oder bei örtlichen Ornithologen. Registrierte Beobachter können das Internetportal www.ornitho.de nutzen. (red)

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