Haine: Sechs Gartenfreunde zeigen ihre grünen Paradiese

Alte „Dippchen“ und Koi-Karpfen beim Tag der offenen Gärten

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Foto: Die Päonie ist momentan ein echter Hingucker im Vorgarten von Peter Huhn. 

Waren es beim vorigen „Tag der offenen Gärten“ im Jahr 2014 noch drei Teilnehmer aus Haine, so hat sich deren Zahl für dieses Jahr glatt verdoppelt. Und das sind mehr als in jedem anderen Ort im Großkreis. Wie kommt‘s? Zwei Teilnehmer helfen, die Antwort auf die Frage zu finden.

Bei Peter Huhn (52) ist Traditionsliebe die gestaltende Kraft in Haus und Garten. Drinnen sorgfältig restauriertes Mobiliar aus dem Elternhaus, draußen die alten Grauwacke-Steine neu aufgemauert und davor alte „Dippchen“ liebevoll bepflanzt und arrangiert. Das Karree des Vorgartens mit einer traditionellen Bux-Hecke umgeben. Darin, so erzählt der Diplomingenieur stolz, eine besondere Pfingstrose, die seine Großmutter einmal irgendwo ausgegraben hat. In der Ecke ein Apfelbaum – natürlich eine alte Sorte: Geheimrat Oldenburg. Ein Webstuhl, den Huhn beim Gartenfest auch vorstellen möchte, ist zurzeit noch auf Tournee.

Beim 1150-jährigen Dorfjubiläum hat sich ein Dorfverschönerungsverein gegründet, der altes Brauchtum und Handwerk erhalten möchte und dazu auch zu Veranstaltungen hessenweit unterwegs ist. Hier ist aber auch schon eine Antwort auf die obige Frage zu finden: Man kennt sich in dem kleinen Dorf. Man spricht miteinander, und da die letzte Garten-Aktion so gut angekommen ist, wollten andere nicht abseits stehen.

Stilechter Japan-Garten 

Ein unerwartet anderer Garten ist bei Bernd Finkenstein (52) zu finden. Hinter dem traditionellen Fachwerkhaus betreten die Besucher eine andere Welt: einen japanischen Garten, wie er japanischer kaum sein kann. Wie gut sich der gelernte Werkzeugmacher über die fernöstliche Gartenkunst informiert hat und was er zum Teil original importiert hat, ist von ihm erst bei einem Rundgang zu erfahren. Sogar die Betonbrücke über den mit Koi-Karpfen besetzten Teich wurde in einem Stück geliefert und mühsam montiert. Über dem Ganzen thront ein Pavillon, in dem alles für eine Tee-Zeremonie vorbereitet ist.

Stufig geschnittener Wacholder, verschiedene Bonsai-Bäume und diverse Ahornarten zeugen von vielen Arbeitsstunden. Seine technische Ausbildung kommt Finkenstein zu Gute, wenn es um die Unterhaltung der diversen Wasserpumpen und Filteranlagen geht. Aber eine Antwort auf die Eingangsfrage ist auch hier zu finden: Finkenstein berichtet, dass einige der auf 2000 geschätzten Besucher beim vorigen Tag der offenen Gärten nicht mit bekommen hätten, dass im hinteren Bereich kein Zaun zum Nachbargarten war. So hätten sie diesen Garten gleich mit begutachtet.

Der Nachbarin Edith Döls gefiel es, und jetzt macht sie auch offiziell mit - ebenso wie Marianne Truss, die sei Anbeginn dabei ist, Andreas Naumann und Birgit Wetter-Schiebe.

Für die Besucher am 25. und 26. Juni in diesem Jahr hat Finkenstein einen guten Rat: Am Ortsrand von Haine einen Parkplatz suchen, auf einem Rundgang durchs kleine Dorf den Schulweg, die Neue Straße und den Grundweg suchen, denn dort sind alle offenen Gärten zu finden.

6. Tag der offenen Gärten

Am 25. und 26. Juni wird zum sechsten Mal im Landkreis Waldeck-Frankenberg zum Tag der offenen Gärten eingeladen. Gartenliebhaber ermöglichen Einblicke in ihre Gärten. Infos: www.gaerten-waldeck-frankenberg.de

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