Waldeck-Frankenberg

„Angebot mit Dumpingpreisen“

- Waldeck-Frankenberg (apa/lb). Der Wirbel um den Medikamentenliefervertrag für 
das Kreiskrankenhaus in 
Frankenberg geht weiter. Jetzt meldet sich der frühere Geschäftsführer zu Wort.

Dr. Henning-Michael Kirchner bezeichnete am Mittwoch Otto Wilkes Darstellung der Vorgänge im Aufsichtsrat als falsch, die Version des FWG-Kreisbeigeordneten Heinrich Hofmann entspreche seiner Auffassung nach hingegen der Wahrheit. Wilke hatte in der Dienstagausgabe der WLZ-FZ Vorwürfe vonseiten Hofmanns zurückgewiesen, Druck auf die Verwaltungsratsmitglieder ausgeübt zu haben, um die Auftragsvergabe in eine bestimmte Richtung zu lenken. Eine entscheidende Rolle 
kommt laut Kirchner einem Schreiben des Medikamentenherstellers Hoffmann-La Roche 
zu. Das Papier warf in der Sitzung, in der die Auftragsvergabe beschlossen werden sollte, neue Fragen auf. Ein Auszug des Schreibens, das dieser Zeitung vorliegt, im Wortlaut: „Das Produkt Rapilysin der Firma Hoffmann-La Roche wird von der Apotheke zu einem Bezugspreis angeboten, der von uns keinem unserer ausschließlichen Direktkunden (Kliniken bzw. wenigen öffentl. Apotheken) gewährt wird. Die Packung wird an den Großhandel nicht geliefert. Der (...)-Apotheker hat nun dem Krankenhaus Frankenberg eine Liste vorgelegt, die den Bezug aller genannten Arzneimittel, auch von Rapilysin, über die Großhandelsniederlassung Phoenix in Göttingen vortäuscht. Die Arzneimittelsicherheit ist hier offensichtlich nicht mehr gewährleistet. Auffällig 
ist, daß die (...)-Apotheke entgegen der Liste das Produkt Rapilysin bei uns direkt zu einem höheren Preis bezieht.“ Bei dem besagten Medikament habe es sich um ein häufig verwendetes Präparat gehandelt. Ob es rechtlich sauber sei, in diesem Wissen dennoch den Auftrag an die Korbacher Apotheke zu vergeben, könne 
er nicht beurteilen. Dadurch liege die Annahme nahe, dass sich die Korbacher Apotheke den Auftrag, bei dem es um eine halbe Million Euro gegangen sei, mit Dumpingpreisen sichern wollte, sagte Kirchner.Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Donnerstag, 12. August 2010.

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