"Kids Day" im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum

Warum Sport für Kinder wichtig ist

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Hoch hinaus mit Bewegung: Lisa und Lenja im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum.

Korbach. Sport ist für Kinder noch viel wichtiger als für Erwachsene. Deshalb wird im neuen Korbacher Sportzentrum zu einem besonderen Tag eingeladen.

„Kaum zu glauben: Kinder brauchen sogar noch mehr Bewegung als Erwachsene.“ Das sagt zumindest Theresa Weißing, Kinder-Trainerin im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum des TSV Korbach. Für Erwachsene reiche es nämlich, wenn sie ungefähr drei Mal pro Woche ein Stunde Sport treiben. Aber bei Kindern sehe das anders aus: Sie sollten sich jeden Tag zwei bis drei Stunden bewegen. Dazu zähle zwar beispielsweise auch, den Schulweg zu laufen, erklärt Mark König-Philipp, Leiter des Sportzentrums – aber um auf so viel Bewegung zu kommen, sei es nötig, zusätzlich Sport zu treiben.

Warum das so wichtig ist, erklärt Theresa Wießing: „Durch den Sport werden die Knochen vor allem in den ersten Lebensjahren dichter und stabiler. Aber durch klettern, Laufen und Co. werden auch wichtige Muskeln ausgebildet, die Kinder brauchen, um beispielsweise ihren Kopf zu heben.“ Sport sei also unverzichtbar für die Entwicklung des Körpers.

Sport hilft auch dem Gehirn

Auch über die frühe Kindheit hinaus prägt Sport den Körper, ergänzt Mark König-Philipp: „Wenn ich etwas nicht tue, entwickelt sich der Körper nicht richtig.“ Dazu gehört auch das Gehirn: Kinder müssen sich körperlich ausprobieren, um auf Ideen zu kommen. Wer nicht auf einen Stuhl steigen könne, dem falle es gar nicht ein, sich die Keksdose zu schnappen. Und wer 100 Meter nicht ablaufe, könne sich gar nicht richtig vorstellen, wie weit diese Strecke eigentlich ist.

Zudem lernen Kinder beim Sport, mit Gleichaltrigen zusammenzuarbeiten, erklärt Theresa Weißing: „Sie müssen Rücksicht auf ihre Mannschaftskameraden nehmen und an einem Strang ziehen, um zu gewinnen.“ Doch auch Sportarten, die nicht im Team betrieben werden, prägen Kinder: Denn sie lernen sich an Regeln zu halten. Diese Disziplin helfe dann auch im Unterricht. Und auch in solchen Sportarten, sagt Mark Phlipp-König, lernen Kinder wichtiges zum Umgang mit anderen: etwa, sich auf Trainer zu verlassen oder sich mit anderen in der Gruppe abzustimmen.

Sport ist nicht nur wichtig, sondern macht auch Spaß, zeigt Kai im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum.

Sport baue auch Stress ab – und Kinder-Körper wollen sich von Natur aus bewegen. Wenn sie das nicht tun, werden sie unruhig. „Letztendlich ist Sport auch für gute Laune verantwortlich: Wenn Kinder sich bewegen, werden im Körper bestimmte Stoffe freigesetzt, welche die Stimmung heben“, weiß Theresa Weißing: Schon zehn Minuten zu tanzen, Fahrrad zu fahren und zu turnen reichen. Das gelte übrigens auch noch für Erwachsene, ergänzt Mark König-Philipp. 

„Natürlich gibt es noch viel mehr Gründe dafür, warum Sport für Kinder so wichtig ist“, erklärt Theresa Weißing: „Am wichtigsten ist, das sie Spaß an Bewegung haben.“ Egal, ob beim Reiten, Schwimmen, Laufen, oder Fußball.

Kids Day im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum

Im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum wird deshalb am Freitag, 11. Oktober, ein „Kids-Day“ angeboten: Von 9 bis 9.30 Uhr und von 9.30 bis 10 Uhr gibt es Yoga. Von 10 bis 10.45 Uhr werden „Animal Moves“ unterrichtet – also Tierbewegungen wie der Krabbengang, die für Menschen richtiger Sport sind. Und von 11 bis 11.45 Uhr wird Zumba getanzt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, bei der WLZ könnt ihr euch ab Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr unter Telefon 05631/560193 anmelden.

Einblick in die "Animal Moves": die Krabbe

Einen Einblick gewährt Nils Kindel, der Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum „Animal Moves“ unterrichtet. Das sind Sportübungen, bei denen die Bewegung eines Tieres nachgemacht wird. Das macht Spaß, hat aber auch einen Sinn: Alle Arme und Beine zu benutzen, stärkt Muskeln, Koordination und Kopf. „Ohne Bewegung bräuchten wir kein Gehirn“, sagt Nils Kindel. 

Gleich wird es anstrengend: Nils Kindel zeigt "die Krabbe"

Er zeigt erst mal die „Krabbe“. Setzt euch hin und stellt die Hände hinter den Körper, die Füße haltet ihr vor euch auf dem Boden. Jetzt hebt ihr den Po hoch, bis ihr auf allen vieren steht. Nun bewegt ihr Arme und Beine im Kreuzgang: Das heißt, ihr setzt gleichzeitig den linken Arm und das rechte Bein voran, und umgekehrt. 

„Wir halten den Körper im Alltag sehr vorgebeugt“, erklärt Nils Kindel – diese Übung sei genau das Gegenteil. Die Schulter könne sich viel weiter bewegen, als die meisten Menschen zulassen. Und Fähigkeiten, die nicht genutzt werden, verschwinden. Schwierig an der Übung ist, Arme und Beine abzustimmen – schließlich seht ihr eure Hände nicht.

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