Mann aus Kreis Waldeck-Frankenberg steht vor Gericht

52-Jähriger soll Stieftochter missbraucht haben: Mutter berichtet von Sex-Filmen

Ein 52-Jähriger aus dem Frankenberger Land muss sich Gericht verantworten. Seine Exfrau berichtet von zwei Videos, die ihn und seine Stieftochter bei sexuellen Handlungen zeigen sollen.

Der Mann wehrt sich vor dem Landgericht gegen eine Verurteilung durch das Amtsgericht Marburg, das ihn zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt hatte, weil er seine Schutzbefohlene missbraucht und auch nach ihrer Volljährigkeit sexuell genötigt haben soll.

Am ersten Verhandlungstag vor der Berufungskammer hatte der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Sex mit der Stieftochter habe es zwar gegeben, aber einvernehmlich und erst nach ihrem 18. Geburtstag. Die heute 24-Jährige wurde vergangene Woche zum Schutz ihrer Intimsphäre ohne Öffentlichkeit vernommen. Ihre Mutter berichtete nun, dass es bereits 2010 eine Anzeige der damals 15-Jährigen bei der Polizei gegeben habe, die sie jedoch wieder zurückzog.

Der 52-Jährige selbst habe ihr erzählt, ihre Tochter habe ihn mehrfach beim Onanieren erwischt und damit gedroht, das der Mutter zu berichten, erlaube er ihr etwa nicht, ihren Freund zu besuchen, so die Mutter. Zudem habe er ihr einen Chatverlauf des jungen Paares gezeigt, in dem eine Intrige gestrickt wurde, damit das Mädchen von zu Hause wegkommt, so die 48-Jährige. Sie vermute, dass dieser inhaltlich verändert wurde. In jedem Fall, so die Frau, habe ihr Ex-Mann ihre Tochter mittels Spionagesoftware überwacht. Und nicht nur sie, sondern die ganze Familie, berichtete der 21-jährige Bruder des mutmaßlichen Opfers.

Entsprechende Hinweise habe er mit seiner Mutter 2014 auf dem Computer des Mannes gefunden, als sie ihn auf belastendes Material untersucht und später der Polizei übergeben hätten. Aufgrund des Fundes kinderpornografischen Materials ist der 52-Jährige auch wegen Besitzes dieser Datei angeklagt.

Nicht mehr gesichert werden konnten jedoch zwei Filme, die die Ex-Frau gesehen haben will, und zwar ein Jahr vorher. Eines habe ihre Tochter dabei gezeigt, wie sie ihren Stiefvater oral befriedigt. Auf einem sei am Arbeitsplatz ihres Mannes zu sehen gewesen, „wie er sie fies angrinst und seine Hose aufmacht“. Mehr habe sie nicht mehr sehen wollen.

Sie habe beide zur Rede gestellt, die Tochter habe geschwiegen, ihr Mann von Einvernehmen gesprochen. Ein Jahr habe sie wegen des Familienfriedens stillgehalten, sagte die Mutter. Anzeige habe sie und anschließend auch die Tochter erst gestellt, als der 52-Jährige wegen häuslicher Gewalt – „ich habe öfters eine kassiert“ – und eines entsprechenden Umgangsverbotes nicht mehr im Haus wohnte.

Der Prozess wird am 20. November fortgesetzt. (kse)

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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