Waldeck-Frankenberg

Ansturm auf Impfung bleibt aus

- Waldeck-Frankenberg (lb). Nur wenige Waldeck-Frankenberger haben sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Paradox: Gleichzeitig gehen viele Impfwillige leer aus, weil ihr Hausarzt das Serum nicht anbietet.

„Ich lebe noch“, verkündet Volker Nickel mit einem verschmitzten Grinsen. Der Feuerwehrmann aus Korbach war am Montag mit unter den Ersten, die sich im Landkreis Waldeck-Frankenberg gegen die Schweinegrippe haben impfen lassen. In der Ampulle: der umstrittene Impfstoff Pandemrix. Nach knapp einer Woche steht zumindest für Nickel fest: Die von vielen befürchteten Nebenwirkungen sind nicht eingetreten. Viele aber zögern noch mit der Impfung. Nur 217 Menschen hätten sich in dieser Woche von den Mitarbeitern des Gesundheitsamt des Landkreises impfen lassen, so die Leiterin Dr. Hannelore Wendt. Dazu kommen weitere Personen, die von Betriebs- und Hausärzten mit dem Serum versorgt worden sind. Selbst Mediziner sind zurückhaltend: Von den 25 Ärzten, die am Mittwoch an einer Sitzung des Waldecker Ärztenetzes teilnahmen, habe sich nur ein einziger impfen lassen, berichtet Vorsitzender Dr. Peter Koswig. „Die Impfung wird von vielen Kollegen sehr kritisch gesehen und von diversen Praxen nicht angeboten“, so der Korbacher Arzt. Nicht jeder, der sich impfen lassen will, hat daher auf Anhieb Erfolg: „Wir sind von unserem Hausarzt wieder weggeschickt worden“, erzählt der 88-jährige Dr. Konrad Friehler aus Bad Arolsen, der sich gemeinsam mit seiner Frau Elfriede vor der Schweinegrippe schützen lassen wollte. Ihm bleibt nur, eine andere Praxis zu suchen. Das ist ohne Weiteres möglich: „Die Impfung kostet die Patienten nichts. Weder die sonst übliche Praxisgebühr wird fällig, wenn außer der Impfung keine weiteren ärztlichen Leistungen in Anspruch genommen werden, noch muss die Chipkarte vorgelegt werden“, erklärt Koswig. Ein weiteres Problem ist, dass viele Praxen erst ab zehn Impfwilligen das Serum spritzen. Denn eine Packung Pandemrix enthält zehn Dosen, die innerhalb von 24 Stunden verabreicht werden müssen.Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Samstag, 31. Oktober 2009.

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