Rosemarie Nuhi hat bereits Tausende Exemplare gemacht

Sogar in Japan beliebt: Volkmarserin macht Puppen nach antiken Vorbildern

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Rosemarie Nuhi mit einigen ihrer Puppen.

Korbach/Volkmarsen – Sie ist eine der wenigen Deutschen, die antike Puppen reproduziert: Rosemarie Nuhi aus Volkmarsen. Tausende Puppen hat sie in Handarbeit in 35 Jahren gemacht. 

„Ich habe Puppen immer schon geliebt“, sagt Rosemarie Nuhi. „Schon als Mädchen habe ich von Herzen gerne mit ihnen gespielt.“ Früh hat sie eigene Kleidung für die Spielkameraden genäht, doch dann ließ das Interesse nach – bis zu einer Puppenausstellung im Arolser Bürgerhaus. „Das war 1986. Die Puppen dort haben mich in ihren Bann gezogen, das Fieber ging los“, erinnert sie sich schmunzelnd.

Im französischen Stil ist diese aufwendige Puppe gehalten.

Sie machte erste Kurse, um die Herstellung selbst zu lernen. Zunächst bei der Volkshochschule, dann über die amerikanische Doll Artisan Guild (DAG), in deren Auftrag sie später selbst Kurse unterrichtete. Die Besonderheit: Rosemarie Nuhi macht ausschließlich Puppen nach historischem Vorbild, immer aus den Jahren 1880 bis 1930. Und sie sammelt auch Originale aus dieser Zeitspanne. Die „Geschichte hinter den Puppen“ interessiert die Volkmarserin.

Die Reproduktionen, die sie anfertigt, müssen dabei so originalgetreu wie möglich sein, erklärt die 71-Jährige. Wochen dauere es, bis ein Exemplar fertig sei. Wenn sie das Porzellan nicht gerade selbst gießt, kauft sie es – außer für die kleineren Puppen. „Sie wären mit Porzellankörper zu schwer.“ Bei 1200 Grad werde das Porzellan „scharf gebrannt“, der Hautton werde später bei 720 Grad eingebrannt und zwar jede Farbschicht einzeln. „Das ist eine Wissenschaft, beim Brennen ist das meiste Können gefragt.“

Verkauf in die ganze Welt

Die Hosen, Röcke und Kleider näht die frühere OP-Schwester selbst. Wenn sie die passenden Materialien nicht in ihrer Werkstatt hat, kauft sie sie auf Antikmärkten. Gleiches gilt für die Schuhe, die sie mal selbst anfertigt, mal kauft. Wichtig ist dabei immer: Alles muss den historischen Vorlagen genau gleichen. Da die Arbeiten aber keine Fälschungen sein sollen, wird am Kopf nicht nur der Originalhersteller samt Seriennummer eingraviert, sondern auch ihre Initialen und das Herstellungsjahr.

Die größte Puppe , die Rosema rie Nuhi je gemacht hat, ist der Junge im Matrosenoutfit rechts. Er ist gut einen Meter groß. Teils tragen die Puppen Echthaarperücken.

Viele Jahre lang hat Rosemarie Nuhi Interessierte selbst angelernt, hatte zahlreiche Schüler nicht nur aus Deutschland zu Gast in Volkmarsen. Ihre Puppen sind beliebt und das auch im Ausland. Ein japanisches Museum verkaufte sie eine Zeit lang im Museumsshop, berichtet Nuhi. Auch bis nach Russland gingen schon Exemplare.

Wie viele Puppen sie angefertigt hat, kann sie nicht schätzen. Tausende sind es gewesen, sagt sie. Aber: Das besondere Handwerk sterbe langsam aus, sagt Nuhi. Das bedauert sie. Doch sie bleibt ihrem Hobby treu, macht weiter, so lange es geht. Mehr Infos gibt es hier

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