Tipps für die Ernte

Apfelsaft aus dem eigenen Garten

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Kerstin Ziegler mit einem ‚Bag in the Box‘ mit Saft von ihren eigenen Äpfeln.

Jetzt, wenn die Herbstzeit beginnt, werden überall saftige, schmackhafte Äpfel geerntet. Die Bäume in der Region hängen voll. Man kann sie direkt vom Baum essen – eine tolle Zutat für Kuchen und Desserts. Aber auch für Apfelsaft.

Wer es einmal probiert hat weiß: Nichts geht über Apfelsaft aus eigenen Äpfeln mit seinem einzigartigen Geschmack. Die Äpfel vom eigenen Baum sind in der Regel nicht mit Spritzmitteln behandelt, hatten Zeit, in Ruhe zu reifen und ihr Aroma voll zu entwickeln und landen nach kurzem Transportweg direkt in der Flasche.

Streuobstwiesen haben einen großen ökologischen Stellenwert.

Der Geschmack des Saftes ist vor allem vom Reifegrad der Früchte und der Sorte abhängig. Die Klaräpfel, die schon im Sommer reifen, werden am besten schnell gegessen und eignen sich sehr gut für Apfelmus. Ihr Saft ist mild, aber auch ein bisschen flach und eher wässrig.

Die späten Sorten, die jetzt im September bis in den Oktober reifen, eignen sich hervorragend für den herzhaften Biss in den frischen Apfel, sind aber auch eine gewisse Zeit lagerfähig und, so Kerstin Ziegler von Imkereibedarf Ziegler in Schmittlotheim, vor allem die Garantie für den besten Saft. „Am besten beißt man in den reifen Apfel – so wie der schmeckt, so schmeckt auch der Saft. Ich meine, je mehr Sorten in einem Saft gemischt werden umso besser. Die Vielfalt macht ihn noch schmackhafter.“

Das Saftmobil bringt alles mit für die Produktion eines leckeren Apfelsaftes. Nur rund 20 Minuten dauert im Saftmobil der Wegvom Apfel zum Saft. 3 Fotos: NABU Korbach

Seit sieben Jahren kann man bei der Imkerei die eigenen Äpfel abgeben und später als Saft in einem ‚Bag in Box’ wieder abholen. Ob ein Apfel reif genug ist für die Presse, erkennen auch Laien sehr schnell: Man kann ihn entweder ganz leicht mit dem Stil vom Baum nehmen, oder er fällt einfach ab. Kleine Dellen oder Schorfstellen beeinträchtigen die Qualität nicht. Faule Äpfel oder gar Schimmel gehören natürlich nicht in den Korb.

Zehn Kilo etwa braucht man, je nach Sorte und Reife, für einen solchen ‚Bag’, in dem der Saft geschlossen ein gutes Jahr haltbar ist. „Selbst, wenn er angebrochen wurde, bleibt er etwa acht Wochen frisch“, erklärt Kerstin Ziegler und rät: „Man muss nur drauf achten, dass vor dem Hahn immer Saft steht, damit kein Sauerstoff in den Bag zieht. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass die fünf Liter schnell weg sind, wenn der Bag in der Küche steht.“

Mobil und direkt

Seit zehn Jahren organisiert Dr. Peter Koswig für den Naturschutzbund Korbach (NABU) an zwei Terminen auf dem Hauerparkplatz mit dem „Saftmobil“ seine Apfelpressaktion. „Wir wollen den Menschen nicht nur zu einem wunderbaren Apfelsaft verhelfen. Unsere Idee ist auch, auf den hohen Stellenwert der Streuobstwiesen und der Bäume im eigenen Garten hinzuweisen, um zu zeigen, dass man mit dem Obst wirklich etwas anfangen kann. Vielleicht schaffen wir es auch, das Augenmerk generell auf die regionalen Verarbeitungsstrukturen zu lenken.“

Dr. Peter Koswig, der Erste Vorsitzende des NABU Korbach, organisiert die Saftpressaktion.

Die mobile Mosterei bringt auf einem großen Hänger alles mit was man braucht, um aus guten Äpfeln einen schmackhaften Apfelsaft zu machen. Die Äpfel werden direkt in die Waschung gekippt, gesäubert, gepresst und pasteurisiert. Jeden Verarbeitungssschritt kann man genau beobachten. Nur rund 20 Minuten dauert der Weg vom Apfel zum Saft, den man dann ebenfalls in einem ‚Bag in Box’ sofort mitnehmen kann.

Auch Dr. Peter Koswig, der Erste Vorsitzende des NABU Korbach, ist ein Freund der späten Apfelsorten. „Die alten hochstämmigen Bäume auf den Streuobstwiesen sind schon etwas Besonderes. Die alten Bäume in unseren ländlichen Gegenden tragen meist spät reifende Äpfel und sind sehr gut an die regionalen Bedingungen angepasst. Der NABU selbst hat eigene Obstbaumflächen mit etwa 200 Bäumen unterschiedlichster Sorten.“ /Barbara Liese

Infos und Anmeldung:Die Apfelsaftpressaktion mittwochs, 30. September und 21. Oktober, auf der Hauer in Korbach ist kostenlos. Anmeldung beim NABU Korbach unter www.dassaftmobil.de. Äpfel bitte mitbringen.

Info zum Saftmobil gibt Till Kramer, Tel. 015122311673.

Die Saison bei Imkereibedarf Ziegler in Vöhl-Schmittlotheim, Raiffeisenstraße 9, geht bis 31. Oktober. Äpfel mit Namen und Telefonnummer auf dem Hof abstellen. Wenn der Saft am nächsten Tag fertig ist, meldet sich Kerstin Ziegler. Info: Tel. 05635 991467.

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