Inhaber im Schnitt 56 Jahre alt – Nachfolger schwer zu finden

Vielen Apotheken im Kreis droht Schließung

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Die Apotheke hat Kunden und ist ausgestattet – nur Apotheker sind schwer zu finden. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich für viele Pharmazeuten schwer, weiß nach langer Suche auch Dr. Ulrich Seidel.

Waldeck-Frankenberg. Die Hälfte der 40 Apothekeninhaber in Waldeck-Frankenberg erreicht in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter – und 22,2 Prozent sind schon mittendrin. Die Nachfolgersuche gestaltet sich oft schwierig.

„Es schließen mehr Apotheken als eröffnen“, sagt Daniel Schulze-Engler von der Hatzfeld Apotheke. Auf dem Land wohne eben kein approbierter Apotheker, es würde sie eher in größere Städte ziehen. Und auch der 36-Jährige, der zunächst promovierte, um in der Industrie Fuß zu fassen, konnte sich lange nicht vorstellen, in Hatzfeld alt zu werden. „Das hat sich erst im Laufe meiner Ausbildung herauskristallisiert.“

Wie schwer die Suche nach einem Nachfolger ist, bestätigen Kollegen, die sich dem Rentenalter nähern oder es schon erreicht haben, wie 22,2 Prozent der Apothekeninhaber im Landkreis – laut HAV hessischer Spitzenwert. Dr. Ulrich Seidel, Chef der Adorfer Apotheke, ist 71 Jahre alt und hat jahrelang einen Nachfolger gesucht. Mittlerweile hat er jemanden in Aussicht – in zwei Jahren. So weit ist Heinz-Dieter Helfer von der Löwenapotheke in Korbach noch nicht: Der 64-Jährige sucht seit vier Jahren.

Er verweist etwa auf die Apotheken in Mengeringhausen und Sachsenberg, die ohne Inhaber schlossen. Kern des Problems: Das Land sei für junge Apotheker unattraktiv. Seidel nennt etwa häufige Notdienste; Helfer führt an, dass gut ausgebildete Ehepartner in ländlichen Regionen kaum einen Job fänden. „Und Ärzte wollen auch nicht aufs Land“, sagt Seidel. Die Berufe hingen aber voneinander ab, wo einer rausfalle, leide der andere und die gesamte Infrastruktur.

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