WLZ-Serie - Karsten Grebe misst die Geschwindigkeit an Gefahrenstellen

Die Arbeit der Polizei: Blitzen, damit es nicht knallt

Wachpolizist Karsten Grebe.

Korbach. Ist Karsten Grebe im Einsatz, kann es für Autofahrer mitunter teuer werden: Der 48-Jährige arbeitet beim Regionalen Verkehrsdienst der Korbacher Polizei und ist einer derjenigen, die regelmäßig mit Messgeräten an der Straße stehen und Temposünder blitzen.

Alles, was über die Straßen rollt, gehört zum Einsatzbereich des Regionalen Verkehrsdienstes. Ob Kontrollen von Lkw-Ladungen, die Begleitung von Schwertransporten, die Verkehrsregelung bei Veranstaltungen – oder eben Geschwindigkeitskontrollen.

Drei Messgeräte stehen Karsten Grebe und seinen Kollegen zur Verfügung: Neben dem einzigen transportablen Blitzkasten gibt es in Korbach noch eine Laserpistole und eine Anlage, die regelmäßig in Kassel ausgeliehen wird. 80 bis 100 Mal im Jahr setzen Grebe und seine Kollegen den Blitzkasten ein, bis zu 30 Mal die Laserpistole, von der es fünf landkreisweit gibt.

Wo der Wachpolizist seine Gerätschaften aufbaut, wird dabei nicht willkürlich entschieden. An Stellen, an denen häufig Unfälle passieren, nahe Schulen oder Altenheimen oder auch an Bushaltestellen misst er regelmäßig die Geschwindigkeit der Vorbeifahrenden. Bundesstraßen zählen beispielsweise zu den Gefahrenstrecken, weil dort sehr hohe Geschwindigkeiten gefahren werden, erklärt Grebe. Entsprechend häufig wird dort auch geblitzt. Die Autofahrer will er nicht ärgern durch seine Arbeit, doch er weiß: Zu schnelles Fahren ist eine häufige Unfallursache.

Hat Grebe die Radaranlage erst einmal aufgebaut, bleibt er fünf bis sechs Stunden an Ort und Stelle. Aufgrund des Aufwands würde sich das für kürzere Zeit nicht lohnen, sagt er. Gefilmt werden dann alle Fahrzeuge, die vorbeikommen, aufgenommen aber nur diejenigen, die zu schnell waren – oder zu langsam. Denn auch die lassen sich blitzen. Allerdings: „Dann muss ich per Hand auslösen oder im Gerät eingeben, dass das nächste Fahrzeug aufgenommen werden soll.“ Per Hand auslösen lassen sich die Anlagen auch, wenn jemand mit erhobenem Mittelfinger vorbeifährt. Auch das habe es schon gegeben. So lässt sich auch festhalten, wer am Steuer telefoniert oder nicht angeschnallt fährt.

Reichweite: 1000 Meter

Aktiv getarnt werden sollen die Radaranlagen übrigens nicht. Äste abschneiden und darüber hängen sei beispielsweise nicht gewollt. Was aber erlaubt ist: Die Anlagen hinter Brückenpfeiler stellen oder an den Rand eines Gebüschs. Sobald Auto- oder Lkw-Fahrer die Anlage entdecken, ist es oft sowieso zu spät: Bereits 20 bis 30 Meter vorm Gerät wird ausgelöst, die Laserpistole hat eine Reichweite von 1000 Metern.

Mit den modernen Blitzgeräten, die über zwei integrierte Kameras verfügen, lassen sich längst auch Motorradfahrer, die zu schnell unterwegs sind, aufnehmen. Mit älteren Anlagen werden die Biker von vorne mit dem Blitzer registriert, vom Nummernschild hinten machen Grebe und seine Kollegen dann Fotos mit einer einfachen Kamera. Damit sichergestellt ist, dass die Geschwindigkeiten durch die Geräte korrekt erfasst werden, müssen sie einmal im Jahr geeicht werden. Wird der Zeitpunkt überschritten, lösen die Blitzer nicht mehr aus.

Der sogenannte Eichschein, der bestätigt, dass das Gerät korrekt funktioniert, wird am Ende des Tages zusammen mit den entstandenen Fotos auf eine CD gebrannt und nach Kassel geschickt. In der dortigen Bußgeldstelle werden die Aufnahmen ausgewertet und die Knöllchen verschickt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Hansestadt Korbach
Kommentare zu diesem Artikel