Viele Waldeck-Frankenberger müssen an den Feiertagen ran

Arbeiten an Weihnachten: Sie sind für andere im Einsatz

+
Die Polizisten: Nicole Schäfer (von links), Günter Daubert, Andre Schweitzer und Ingo Pohle von der Korbacher Polizei haben am 24. Dezember Nachtdienst. 

Waldecker Land - Würstchen mit Kartoffelsalat wird es an Heiligabend in der Korbacher Polizeidienststelle geben. „Wenn nichts dazwischen kommt, essen wir alle gemeinsam“, sagt Polizeioberkommissar Andre Schweitzer.

Um 18.30 Uhr beginnt für ihn und seine Kollegen Ingo Pohle, Nicole Schäfer und Günter Daubert der Dienst, am ersten Weihnachtstag morgens um 6.30 Uhr wird er beendet sein.

Erfahrungsgemäß werde es am frühen Abend noch ruhig sein, sagt der Polizist. Mit steigendem Alkoholkonsum komme es aber immer wieder zu Streitigkeiten in Familien oder in Kneipen. Unfälle gebe es an Heiligabend meist seltener, da die meisten Menschen Zuhause bleiben.

Weihnachten selbst feiern die Polizisten mit ihren Familien am ersten Feiertag. „In diesem Schichtsystem sind wir alle fünf Jahre an Weihnachten dran“, so Schweitzer. Das sei zu verschmerzen. Und wer kleine Kinder habe, könne Zuhause bleiben.

Der Straßenwärter: Matthias Wiegand von der Straßenmeisterei in Bad Arolsen hat Rufbereitschaft an Heiligabend.

Matthias Wiegand kann Heiligabend mit Frau und Kindern feiern – wenn das Wetter mitspielt. Der 40-Jährige arbeitet bei der Straßenmeisterei in Arolsen und hat Rufbereitschaft von 17 bis 22 Uhr. Schneit es oder drohen die Straßen zu vereisen, muss er los, um zu räumen und zu streuen. „Das ist unser Job, man gewöhnt sich daran“, sagt er. „Und es macht immer auch Spaß.“ Seine Familie kenne es gar nicht anders. Um 18 Uhr gehen sie in die Kirche, danach gibt es Essen und Bescherung. Allerdings: In dieser Zeit schaue man schon öfter mal aufs Handy.

Dienst hat Wiegand auch in der Nacht auf Neujahr. Bis 10 Uhr wird er dann am Morgen im Einsatz sein. Auch das ist für ihn kein Problem. Diesmal habe es ihn erwischt, im nächsten Jahr ist dann ein anderer Kollege dran, sagt er.

Verena Gottmann arbeitet nebenberuflich seit neun Jahren als Flugbegleiterin. Auch, wenn sie in diesem Jahr am Fest nicht arbeiten muss: Die Weihnachtstage verbrachte sie bereits in Tokio, Silvester feierte sie schon in Miami. Hat sie Rufbereitschaft, muss sie oft kurzfristig in den Flieger, meist innerhalb von einer Stunde. Zuhause in Berndorf kann sie dann nicht sein. „Bis vor zwei Jahren habe ich in Darmstadt studiert,“ sagt sie. Von dort ist der Flughafen Frankfurt schnell zu erreichen. Wer nicht in der Nähe wohnt, harrt im Hotel aus.

Die Flugbegleiterin: Dieses Jahr hat Verena Gottmann aus Berndorf an den Feiertagen frei, doch sie verbrachte Weihnachten bereits in Tokio.

Wohin die Reise geht, ist bis zum Anruf ungewiss. Die griffbereiten Koffer sind entsprechend gepackt: Für Ziele von Minus 30 bis Plus 30 Grad. Gefeiert werden Feiertage an den Zielorten oft mit der Crew. Es falle ihr schwer, diese Tage nicht mit der Familie zu verbringen, sagt die 30-Jährige. Traurig sei sie gewesen, dass sie einmal Silvester nach Miami musste. Sie hatte andere Pläne. Letztlich sei es aber etwas Besonderes gewesen, Silvester mal in kurzer Hose zu feiern.

Wenn andere an Heiligabend noch die letzten Einkäufe erledigen oder den Baum schmücken, steht Larisa Calakovic schon an der Zentralen Aufnahme des Korbacher Krankenhauses. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin hat heute Frühdienst, am zweiten Weihnachtstag Spätdienst. „Die richtige Vorbereitung ist alles“, sagt die 29-Jährige und lacht. Alle Besorgungen erledigt sie vorher. Dass sie an den Feiertagen ran muss, ist für sie kein Problem: „Das ist in diesem Beruf so und ich habe ihn mir ausgesucht.“

Die Krankenpflegerin: Larisa Calakovic arbeitet im Krankenhaus Korbach.

Der häufigste Grund für den Besuch im Krankenhaus an Weihnachten: Haushaltsunfälle. Vor allem Schnittverletzungen und Verbrennungen würden dann häufiger vorkommen, sagt Calakovic. Ist das Wetter winterlich, kommen auch viele Menschen nach Stürzen.

Gehen am Weihnachtsbaum die Lichter aus oder fällt das Gas aus, weiß Christoph Emde als einer der Ersten Bescheid. Der Netzingenieur von EWF hat Dienst an den Feiertagen. Den kann er großteils von Zuhause aus übernehmen: Das Telefon der Störungsannahme wird umgeleitet und gibt es größere Störungen beispielsweise an einem Umspannwerk, erklingt ein Alarmton am heimischen PC.

Der Netzingenieur: Christoph Emde arbeitet in der EWF-Leitstelle.

Von Zuhause aus schickt er dann, wenn nötig, einen Techniker zur Reparatur los. Emde selbst ist an seine Wohnung gebunden, wie er sagt. Verwandte an den Feiertagen besuchen sei nicht möglich. „Sie müssen zu uns kommen“, sagt der 32-Jährige.

Planbar sei der Dienst nicht. Es gebe Tage, an denen alles ruhig bleibe. Es sei mal ausgerechnet worden, dass man im Schnitt einmal pro Woche in die Leitstelle müsse und zwei Mal pro Nacht ans Telefon.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare