Arbeitslosenquote sinkt in Waldeck-Frankenberg im November auf 4,5 Prozent

Arbeitgeber warten erst einmal ab

Waldeck-Frankenberg - Als weiterhin entspannt beschreiben die Experten der Korbacher Arbeitsagentur die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt. 3806 Arbeitslose zählen sie im November im Landkreis. Das sind 67 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,5 Prozent.

„Diese Arbeitslosenquote war nicht unbedingt zu erwarten“, berichtet Agentursprecherin Cornelia Harberg. Für den gesamten Agenturbezirk, zu dem seit dem 1. Oktober nicht mehr nur der Landkreis Waldeck-Frankenberg, sondern auch der Schwalm-Eder-Kreis gehört (siehe Hintergrund), bleibt die Arbeitslosenquote mit 4,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat unverändert. In Waldeck-Frankenberg sinkt sie von 4,6 auf 4,5 Prozent. Das entspricht dem Wert des Vorjahresmonats.

Weniger Hartz IV-Empfänger

Ein ähnliches, kaum verändertes Bild zeigt der Blick auf die absoluten Zahlen: „Hier verbuchen wir im Vergleich zum Vormonat einen leichten Rückgang“, erklärt Cornelia Harberg. Im gesamten Agenturbezirk sind im November 7995 Personen arbeitslos: 126 Personen weniger als im Vormonat (minus 1,6 Prozent), allerdings 200 mehr als im Vorjahresmonat (plus 2,6). Von diesen 7995 Arbeitslosen sind 3806 Waldeck-Frankenberger. Damit zählen die Agenturexperten im Vergleich zum Vormonat 67 Arbeitslose weniger (minus 1,7), aber im Vergleich zum Vorjahresmonat sechs Arbeitslose mehr (plus 0,2). Die gute Entwicklung schreibt Cornelia Harberg dem milden Herbstwetter zu: „In vielen Branchen waren Außenarbeiten im November möglich.“

Auffällig ist, dass die Erholung auf dem Arbeitsmarkt ausschließlich darauf beruht, dass die Zahl der Leistungsempfänger im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV), die vom Jobcenter betreut werden, zurück geht. Die Arbeitsagentur registriert hingegen mehr Arbeitslose (SGB III). „Diese Diskrepanz zeigt sich schon seit einigen Monaten“, berichtet die Agentursprecherin. In Waldeck-Frankenberg zeichnet die Arbeitsagentur im November für 1583 Arbeitslose verantwortlich, das sind 111 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter zählt hingegen 2223 Leistungsempfänger und somit 178 Langzeitarbeitslose weniger als im Oktober.

„Den leichten Erholungstrend können erfreulicherweise vor allem Frauen und Jugendliche mitnehmen“, erklärt Cornelia Harberg. „Männer konnten den Trend hingegen kaum, ältere Arbeitslose gar nicht für sich nutzen.“ Gerade bei den Frauen schlummere ein großes Potenzial. Hier gebe es viele qualifizierte Mitarbeiterinnen, ist Harberg überzeugt. Damit der Wiedereinstieg in den Beruf gelinge, seien Wirtschaft und Politik gefragt, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei Grundvoraussetzung.

Mehr ältere Arbeitslose

Im Jahresvergleich registriert die Agentur laut Harberg bei allen Personengruppen einen Zuwachs an Arbeitslosen: Frauen (plus 1,0), Männer (plus 4,0), Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre (plus 9,4), ältere Arbeitslose ab 50 Jahren (plus 7,0). „Mit 36,4 Prozent bildet die Gruppe der Personen 50+ zugleich die größte Gruppe unter den Arbeitslosen.“

Kaum Neueinstellungen

Rückläufig ist nach Angaben der Agentursprecherin der Bestand gemeldeter Stellen: Er beträgt im November in Waldeck-Frankenberg 658 Stellen und damit 84 weniger als im Oktober (minus 11,3) und 196 weniger als im November 2011 (minus 23,0). Cornelia Harberg: „Die Arbeitgeber zeigen eine abwartende Haltung.“ Neueinstellungen gibt es kaum, befristete Verträge laufen häufiger aus.

Passend dazu präsentiert sich die Kurzarbeit: Die Zahl ging zwar von sechs auf vier Betriebe zurück, aber „in beiden Landkreisen gibt es immer wieder Unternehmen, die sich bei uns informieren“.

„Aussagekräftige Zahlen zum Ausbildungsmarkt gibt es noch nicht“, verweist die Agentursprecherin auf das erst kürzlich abgelaufene Ausbildungsjahr.

Hintergrund

Zum Agenturbezirk Korbach gehören seit 1. Oktober die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Geschäftsstellen gibt es in Korbach, Frankenberg, Bad Arolsen, Fritzlar, Melsungen und Schwalmstadt. An den Anlaufstellen ändert sich nichts.(nv)

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