Arbeitslosenquote im Bezirk der Korbacher Agentur für Arbeit steigt im Dezember auf 4,3 Prozent

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Waldeck-Frankenberg. Einen „leichten, saisonüblichen Winterblues“ macht die Korbacher Agentur für Arbeit im Dezember aus: Im Vergleich zum Vormonat hat sich die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Waldeck-Frankenberg und den Schwalm-Eder-Kreis umfassenden Bezirk um 434 Menschen erhöht.

Dadurch steigt die Quote von 4,1 auf 4,3 Prozent leicht an. Dennoch sei dies die niedrigste Dezember-Quote seit 18 Jahren, betonte der „Geschäftsführer operativ“, Manfred Hamel, am Dienstag bei der Bekanntgabe der Zahlen. Und: Vor einem Jahr waren noch 206 Menschen mehr auf Jobsuche. Damit erweise sich der heimische Arbeitsmarkt im ersten Wintermonat als „erwartungsgemäß robust“.

Insgesamt waren im Dezember im Bezirk 7955 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sei ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum November. In Waldeck-Frankenberg waren im Dezember 3604 Menschen arbeitslos gemeldet– 303 mehr als im Vormonat, der Anstieg liegt bei 9,2 Prozent. Damit steigt die Quote von 3,8 Prozent im November auf aktuell 4,2 Prozent. Aber: Vor einem Jahr waren 149 Arbeitslose mehr registriert, das sind vier Prozent mehr als derzeit. Die Quote lag im Dezember 2015 bei 4,3 Prozent.

Erneut verzeichnet Frankenberg die niedrigsten Zahlen.

Als Grund für den Anstieg nannte der „Geschäftsführer Operativ“, Manfred Hamel, gestern drei Gründe:

Saisonbedingt haben sich im Dezember mehr Beschäftigte in „Außenberufen“ arbeitslos gemeldet. Nach der Sommersaison haben Hotels und Gaststätten an den drei Seen im Kreis einen Teil ihrer Beschäftigen entlassen. Dies habe die Personalnachfrage im Wintersport-Mekka Willingen noch nicht kompensiert – Hamel rechnet in der Februar-Bilanz mit deutlich besseren Zahlen.

Erstmals gab es nennenswerte Zugänge bei den Ausländern – vor allem, weil immer mehr Flüchtlinge anerkannt werden und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Der Anstieg bei den arbeitslos gemeldeten Ausländern im Bezirk der Agentur für Arbeit sei auffällig, betonte Hamel. Insgesamt seien es gegenüber dem November 11,8 Prozent mehr, gegenüber dem Vorjahr sogar 28,9 Prozent mehr. „Das ist schon enorm.“

Das Waldeck-Frankenberger Jobcenter zahlt derzeit 1039 erwerbsfähigen Flüchtlingen im Kreis die Grundsicherung. Sie alle haben inzwischen ihren Schutzstatus und damit ein Bleiberecht. Darunter seien etwa 700 Syrer und 140 Eritreer, berichtete der Leiter Reinhold Lohmar. Die Flüchtlinge zu qualifizieren und in Arbeit zu bringen sei „eine Herausforderung für die nächsten zwölf Monate“.

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