Korbacher Agentur für Arbeit  gibt Arbeitsmarktzahlen für den Juli bekannt

Arbeitslosenquote im Kreis steigt "saisonüblich" auf 3,4 Prozent

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Auch im Kreis ist die Arbeitslosigkeit im Juli "saisonüblch" leicht gestiegen. 2956 Menschen waren bei der Korbacher Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet,

Waldeck-Frankenberg – Auch im Kreis ist die Arbeitslosigkeit im Juli leicht gestiegen. 2956 Menschen waren bei der Korbacher Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet, das sind 123 mehr als im Vormonat, aber 157 weniger als im Vorjahresmonat. Die Quote steigt von 3,2 auf 3,4 Prozent.

„Mehr Arbeitslose im Juli sind keine Überraschung“, erklärte der Agenturchef Uwe Kemper am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen. Der Anstieg sei „saisonüblich“: Nach dem Schul- oder dem Ausbildungsende meldeten sich mehr Jugendliche und junge Erwachsene vorübergehend als Jobsuchende. 

Zum Agenturbezirk gehören die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Dort waren insgesamt 6295 Arbeitslose gemeldet, 309 mehr als im Juni und 65 weniger als im Juli 2018. Unter allen Geschäftsstellen im Bezirk steht Frankenberg mit einer Quote von 2,9 Prozent an der Spitze. 

Zweitbeste Quote in Hessen

Die Quote im Bezirk klettert von 3,2 auf 3,4 Prozent. Das ist nach wie vor der zweitbeste Wert in ganz Hessen, lediglich Bad Hersfeld/Fulda steht mit 3,1 Prozent wieder besser da. Landesweit liegt die Quote bei 4,5 Prozent. 

Bei den verschiedenen Gruppen der Arbeitslosen punkteten Ältere ab 50 Jahren, berichtete Kemper: Ihre Zahl sei im Monats- wie im Jahresvergleich zurückgegangen. Sonst bestimmten gegenüber Juni leichte Pluswerte das Bild. An der Spitze stehen Jüngere mit zweistelligen Zuwachsraten sowie Frauen mit 8,2 Prozent mehr Arbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr dagegen seien leichte Minuswerte auszumachen. Unverändert sei der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit, gerade in den beiden Jobcentern des Bezirks. 

In der Gruppe der 15- bis unter 20-Jährigen beträgt der Anstieg der arbeitslos Gemeldeten gegenüber dem Juni 29,5 Prozent. Insgesamt 816 Jugendliche waren im Agenturbezirk mit den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder auf Jobsuche, 186 mehr als im Vormonat. Ein Grund: die Schulentlassungen – das neue Ausbildungsjahr beginnt am 1. August, das neue Schuljahr auch der weiterführenden Schulen am 12. August. Andere junge Leute haben ihre Ausbildung beendet und suchen einen neuen Job.

Mehr offene Stellen

Auf einem weiterhin hohem Niveau liegt nach Angaben der Agentur für Arbeit der Bestand an nicht besetzten Stellen: Im Bezirk liegen derzeit 3363 Offerten vor. Während im Vergleich zu Juni bei den Neuzugängen ein Plus von 909 Stellen festzustellen ist, zeigt der Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus auf. Auch Waldeck-Frankenberg bildet diesen Trend ab: Im Kreis gibt es derzeit 1820 Stellenangebote, das sind 90 mehr als im Juni, aber 292 weniger als im Vorjahr.

Weniger Leute in der Grundsicherung

Die beiden Jobcenter im Agenturbezirk verzeichnen derzeit 10 349 Leistungsberechtigte in 7715 Bedarfsgemeinschaften, die eine Grundsicherung erhalten. Das sind 20 Betroffene weniger als im Juni und 888 weniger als vor einem Jahr. 

Lage in den drei Geschäftsstellen

Ein Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen in Waldeck-Frankenberg: 

Die Geschäftsstelle Frankenberg meldet als beste im gesamten Agenturbezirk 827 Arbeitslose im Juli, das sind neun oder 1,1 Prozent mehr als im Juni, gegenüber dem Vorjahr sind es 42 Menschen oder 4,8 Prozent weniger. Die Quote liegt bei 2,9 Prozent, ein Plus von 0,1 Prozent. Im Vorjahr lag sie im Juli bei 3 Prozent. 

In der Geschäftsstelle Korbach mit Bad Wildungen waren im Juli 1417 Menschen ohne Arbeit registriert. Das sind 57 oder 4,2 Prozent mehr als im Juni, aber 110 oder 7,2 Prozent weniger als 2018. Die Quote steigt um 0,1 Punkt auf 3,4 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 3,7 Prozent. 

Die Geschäftsstelle Bad Arolsen erfasst derzeit 712 Menschen ohne Beschäftigung. Das sind 57 oder 8,7 Prozent mehr als im Juni und fünf oder 0,7 Prozent weniger als im Juli 2018. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 4 Prozent, ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Juni. Im Vorjahresmonat betrug die Quote 4,1 Prozent.

Trendwende auf dem Arbeitsmarkt?

Agenturchef Kemper zeigte sich „grundsätzlich zufrieden“ mit den aktuellen Daten. Die Arbeitslosigkeit präsentiere sich unverändert niedrig – allerdings gebe es doch Indizien für eine mögliche Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. So sei die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni stärker als in den vorigen fünf Jahren üblich angestiegen, der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei hingegen geringer ausgefallen. (red/-sg-)

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