Agentur für Arbeit gibt Mai-Zahlen bekannt

Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent

Waldeck-Frankenberg. - Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt verlief schwächer als erwartet. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 217 auf 4372 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel dieser Rückgang jedoch deutlich schwächer aus.

„Der Arbeitsmarkt präsentiert sich aktuell ruhig, etwas zu ruhig fürs Frühjahr“, fasste Manfred Hamel, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Korbach, die Entwicklung der vergangenen vier Wochen zusammen. Unternehmer, auch Personaldienstleister, hielten sich mit Einstellungen größtenteils zurück. Punktuell gäbe es auch Entlassungen. Eine Ausnahme stelle neben den Bereichen Handel, Vertrieb und Tourismus die Hotel- und Gaststättenbranche dar.

„Wir suchen händeringend nach Fachkräften aller Hoga-Berufe“, unterstrichen Alexandra Gercke und Ralf Dördelmann. Die Personalleiterin und der stellvertretende Direktor des Maritim Badehotels in Bad Wildungen hatten am Mittwoch zur Präsentation der Arbeitsmarktstatistik nach Bad Wildungen geladen, um auf die besondere Situation der Branche hinzuweisen.

Während die Arbeitslosenquote in Waldeck-Frankenberg aktuell 5,1 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent, Vorjahr 5,0 Prozent) beträgt, liegt sie im Schwalm-Eder-Kreis bei 5,4 Prozent (Vormonat 5,7 Prozent, Vorjahr 4,7 Prozent). Die beiden Landkreise bilden seit Oktober 2012 einen gemeinsamen Agenturbezirk. Arbeitslos gemeldet sind somit insgesamt 9476 Personen, 462 weniger (minus 4,6 Prozent) als im April, aber 828 mehr (plus 9,6 Prozent) als Mai 2012.

Im Mai wurden in Waldeck-Frankenberg 355 neue offene Stellen (plus 6,0 Prozent zum Vormonat, minus 17,1 Prozent zum Vorjahr) gemeldet. Der Stellenbestand liegt nunmehr bei 800 Angeboten. Das entspricht einem Zuwachs von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Die Zahl der Leistungsempfänger im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV) ist im Mai leicht angestiegen. 2639 Personen waren beim Jobcenter Waldeck-Frankenberg registriert. Das entspricht einem Zugang um 30 (plus 1,1 Prozent) gegenüber April und einem Rückgang um 55 (minus 2,0 Prozent) gegenüber Mai 2012. „Die Frühjahrsbelebung ist auch bei uns ausgeblieben“, so Geschäftsführer Reinhold Lohmar. Vor allem die Gruppe der jungen Erwachsenen bis 25 Jahre sei von dieser Entwicklung am stärksten betroffen.

Seit Beginn des Berichtsjahres 2012/2013 wurden der Arbeitsagentur Korbach 1856 Lehrstellen gemeldet. Das entspricht einem Minus von 229 oder 11,0 Prozent zum Vorjahr. Demge-genüber stehen zum Vergleich 1935 Bewerber, 474 oder 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell gibt es 17,6 Prozent weniger unversorgte Bewerber und 10,5 Prozent mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als zum gleichen Zeitpunkt 2012.

Mit Blick auf die zahlreichen unbesetzten Ausbildungsplätze, aber auch freien Stellen für Köche, Hotel- und Restaurantfachleute appellierte Hamel an Unternehmen und Bewerber, schnellstens einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dazu müssten sich beide Seiten bewegen: „Arbeitsuchende sollten hier eventuelle Vorbehalte hinsichtlich der Arbeitszeiten überdenken.“ Denn gerade Waldeck-Frankenberg sei als Freizeitregion von der Tourismusbranche geprägt, die viele Arbeitsplätze biete. „Wer hier die Möglichkeit sieht, im Hoga-Bereich zu arbeiten und kaum Alternativen hat, sollte flexibel sein“, betonte Hamel. In Deutschland arbeite mittlerweile jeder Vierte am Wochenende, nachts oder im Schichtdienst. Aber auch Arbeitgeber müssten sich bei den Arbeitsbedingungen den veränderten Marktbedingungen anpassen, „wenn allgemein ein Ausgleich auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt funktionieren soll.“ (tk)

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