Waldeck-Frankenberg: Agentur für Arbeit stellt Februarzahlen vor

Arbeitslosenquote sinkt um 1,8 Prozent

Waldeck-Frankenberg - Der Frühling kündigt sich nicht nur in der Natur an, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. 84 Menschen weniger als noch im Januar waren im Februar in Waldeck-Frankenberg arbeitslos.

Die Quote auf Bundes- und Landesebene ist aber gestiegen. Insgesamt 4672 Menschen sind in Waldeck-Frankenberg ohne Arbeit. Das sind 84 Personen weniger als noch im Januar. „Es gibt weniger Zugänge aus dem verarbeitenden Gewerbe“, erklärt Uwe Kemper, Chef der Korbacher Arbeitsagentur, einen der Hauptgründe.

Das Baugewerbe gelte als Indikator für den Arbeitsmarkt: „Und die Branche ist in Waldeck-Frankenberg gut aufgestellt“, betont Kemper. Das Minus von 1,8 Prozent bei der Zahl der Arbeitslosen erkläre sich außerdem durch die Stärke der Binnenkonjunktur, durch die zusätzliche Stellen geschaffen und bestehende gesichert wurden. „Außerdem haben wir bis auf wenige Wochen in diesem Winter milde Temperaturen gehabt“, so Kemper, „auch das erklärt die guten Zahlen.“

Denn anders als in anderen Jahren hätten sich saiso­nale Faktoren deswegen nicht so stark auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Region Waldeck-Frankenberg, die oft mit sich selbst hadere, sei eine der stabilsten in Hessen. „Nur drei Agentur­bezirke in unserem Bundesland haben im Februar sinkende Arbeitslosenquoten“, berichtet Kemper. Neben Wetzlar und Fulda ist eine von ihnen Wal­deck-Frankenberg. Damit liegt der Landkreis auch bundesweit eher nicht im Trend.

„In erster Linie haben von den Vorboten des kommenden Frühjahrsaufschwungs die Frauen profitiert“, ergänzt der Agenturchef. Im Monatsvergleich sind 4,9 Prozent weniger Frauen in Waldeck-Frankenberg arbeitslos. „Allein in Frankenberg haben 20 Frauen eine Arbeitsstelle in der Altenpflege bekommen“, sagt Kemper. Auch in Korbach seien viele Kundinnen der Agentur in Pflegeberufe vermittelt worden.

Für Ältere hat sich der Aufschwung bisher weniger positiv ausgewirkt: Während ein Arbeitsloser über 50 Jahre eine neue Stelle gefunden hat, meldet das Jobcenter einen Zuwachs von rund drei Prozent bei älteren Arbeitslosen. Insgesamt erholen sich aber auch die Zahlen des Jobcenters: Zwei Prozent weniger Leistungsempfänger verzeichnet Reinhold Lohmar, Geschäftsführer im Jobcenter Waldeck-Frankenberg. „Wir konnten die Chancen am Arbeitsmarkt nutzen“, erklärt Lohmar die Zahlen.

Ohnehin sei viel Bewegung am Markt in Waldeck-Frankenberg, stellen Kemper und Lohmar fest. 1108 neue Arbeitslose verzeichnete die Agentur im vergangenen Monat, 1183 Menschen wurden vermittelt. „Das spricht für die Dynamik am Arbeitsmarkt“, freut sich Kemper. 248 Waldeck-Frankenberger wurden in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen vermittelt. „Vor allem Langzeitarbeitslose nehmen diese Angebote sehr bereitwillig an“, erklärt Kemper. Viele von ihnen würden sich erfolgreich qualifizieren und könnten dann in Arbeitsstellen vermittelt werden.

Dennoch stiegen die Zahlen des Stellenbestandes auch im Februar: 814 freie Arbeitsplätze verzeichnet die Agentur für Arbeit zurzeit. „Die Nachfrage im Pflegebereich ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Kemper. Diesem Problem müsse mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Freie Arbeitsstellen gibt es in Waldeck-Frankenberg nicht nur im Gesundheits- und Sozialwesen, sondern auch in gastronomischen Betrieben. „Den Bedarf zu decken, wird immer schwieriger“, sagt Uwe Kemper. Und dieses Problem könne nicht einzig durch Fortbildungsmaßnahmen aus der Welt geschafft werden. „Vielleicht müssen Betriebe flexibler werden“, sagt Kemper. Das Anforderungsprofil bei der Neubesetzung von Arbeitsstellen dürfe nicht zu eng gesteckt werden, denn dann würden zu viele Bewerber durch das Raster fallen. (resa)

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