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Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg ist im September erneut gesunken

Agentur für Arbeit
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Die Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg ist im September erneut gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im September erneut gesunken. Außerdem gibt es immer weniger Kurzarbeit.

Waldeck-Frankenberg – 2830 Menschen auf Jobsuche waren im Kreis gemeldet, das sind 264 oder 8,5 Prozent weniger als im August und sogar 797 weniger als noch vor einem Jahr – ein Minus von 22 Prozent. Das berichtet der Chef der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper. Auch die Quote fällt deutlich: von 3,5 auf 3,2 Prozent – im Vorjahr hatte sie bei 4,1 gelegen.

Die Lage in den drei Geschäftsstellen

Blick auf die drei Geschäftsstellen im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren 1364 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 121 oder 8,1 Prozent weniger als im August und 335 oder 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote geht um 0,3 Punkte auf 3,3 Prozent zurück, im September 2020 lag sie bei 4,1 Prozent.
  • Frankenberg verzeichnet 805 Arbeitslose, 94 oder 10,5 Prozent weniger als im Vormonat und 338 oder 29,6 Prozent weniger als im September 2020. Die Quote sinkt ebenfalls um 0,3 Punkte auf 2,8 Prozent – vor einem Jahr lag sie noch bei 4,0 Prozent. Die Geschäftsstelle weist als einzige im gesamten Agenturbezirk eine Quote von unter 3 Prozent auf.
  • In Bad Arolsen waren 661 Menschen auf Jobsuche, 49 oder 6,9 Prozent weniger als im August und 124 oder 15,8 Prozent weniger als im Vorjahres. Die Quote Die Quote sinkt ebenfalls um 0,2 Punkte auf 3,8 Prozent, im September 2020 lag sie noch bei 4,4 Prozent.

Ähnlich positiv sieht es im Agenturbezirk aus, zu dem die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gehören. Dort waren im September 6097 Arbeitslose registriert, 510 oder 7,7 Prozent weniger als im August und 1570 oder 20,5 Prozent weniger als vor einen Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 Punkte auf 3,3 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,1 Prozent gelegen – im September 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Krise, bei 3,1 Prozent.

Weniger Kurzarbeit

Auch die Entwicklung der Kurzarbeit deutet auf eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hin, die Corona-Krise scheint weitgehend überwunden zu sein. Aus Waldeck-Frankenberg gingen im September nur noch vier neue Anzeigen bei der Korbacher Agentur für Arbeit ein, von denen maximal 207 Beschäftigte betroffen sein könnten. Im August hatten Betriebe noch fünf neue Anzeigen für bis zu 57 Beschäftigte geschrieben.

Ob und in welchem Umfang Betriebe tatsächlich kurzarbeiten, wird erst mit der Abrechnung deutlich, für die sie bis zu drei Monate Zeit haben. Für Waldeck-Frankenberg liegen Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis April vor: Danach waren 5037 Beschäftigte in 694 Betrieben betoffen – im März waren es 5256 Mitarbeiter in 724 Unternehmen.

Im gesamten Agenturbezirk mit dem Schwalm-Eder-Kreis haben im September acht Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, die bis zu 247 Beschäftigte betreffen kann. Im August hatte es zwölf neue Anzeigen für maximal 77 Leute gegeben.

Für diese realisierte Kurzarbeit gibt es auf Agenturebene Hochrechnungen bis Mai: Da haben in 1171 Unternehmen insgesamt 7387 Beschäftigte kurzgearbeitet, im April waren es 1213 Betriebe mit 8248 Beschäftigten.

Positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei weiter positiv, urteilt Kemper. „Die Arbeitslosigkeit ist in unserem Agenturbezirk stärker gesunken, als es im September üblich ist.“ Gleichzeitig hätten Betriebe mehr offene Stellen gemeldet als vor dem Ausbruch der Pandemie. „Insofern blicke ich recht optimistisch ins vierte Quartal – zumal erneute harte Einschränkungen wegen Corona nach heutigem Stand nicht in Sicht sind.“

In allen Gruppen sei die Arbeitslosigkeit im September gesunken, sagt Kemper:

  • Besonders auffällig sei der Rückgang bei den unter 25-Jährigen: Bei ihnen sank die Zahl der Arbeitslosen um 124 auf 637, ein Minus von 16,3 Prozent. Gründe: Nach dem Ende der Schulferien besuchen Jugendliche weiterführende Schulen, außerdem begann das neue Ausbildungsjahr, und die Universitäten starten ins Wintersemester.
  • Bei den Männern ging die Arbeitslosenzahl um 300 auf 3329 zurück, ein Minus von 8,3 Prozent.
  • Bei den Frauen gab es einen Rückgang um 210 auf 2768, Minus: 7,1 Prozent,
  • Bei den Ausländern gab es einen Rückgang um 109 auf 1465, Minus: 6,9 Prozent.
  • Bei Älteren ab 50 Jahren sank die Zahl um 74 auf 2322, Minus: 3,1 Prozent.

Noch immer viele Langzeitarbeitslose

Mit Sorge sieht Kemper auf die Lage der Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl sei zwar im September im Bezirk auf 1952 gesunken – das seien 31 weniger als im August. Doch gegenüber dem September des vorigen Jahres seien es 155 Betroffene oder 8,6 Prozent mehr.

Gerade diese Gruppe ist von der Corona-Kreise besonders stark betroffen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen kletterte ab April 2020 drastisch nach oben, erst seit dem Mai diesen Jahres sind es wieder weniger Betroffene. Doch die Zahlen liegen noch immer weit über denen vor dem Ausbruch der Pandemie.

Bei den vom Jobcenter betreuten Beziehern der Grundsicherung sei ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen, während es bei den von der Agentur betreuten Beziehern des Arbeitslosengeldes einen leichten Rückgang um 2,1 Prozent gegeben habe, berichtet Kemper. In Waldeck-Frankenberg waren im September 929 Langzeitarbeitslose erfasst, 398 in Korbach mit Bad Wildungen, 279 in Frankenberg und 252 in Bad Arolsen. „Hier versuchen wir intensiv, mit Qualifizierung, Coaching und Gesundheitslotsen gegenzusteuern“, erklärt Kemper.

Zahlreiche offene Stellen

Mit dem Ende der Corona-Krise tritt ein Problem wieder zum Vorschein: der Facharbeitermangel. Im September waren im Bezirk 3846 offene Stellen gemeldet, 34 weniger als im August, aber 1283 mehr als im September 2020. Trotz des leichten Rückgangs im Monatsvergleich übersteigt der Stellenbestand weiter die Zahlen vor der Pandemie: Im September 2019 waren 3327 Stellen zu besetzen. Im Kreis gab es 2144 offene Stellen, 69 weniger als im August und 736 mehr als 2020.

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