Die Quote in Waldeck-Frankenberg steigt auf 3,3 Prozent

Arbeitslosigkeit im Kreis ist im Dezember leicht gestiegen

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Wie saisonal üblich verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im Dezember einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Waldeck-Frankenberg.

Der Winter macht sich auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt bemerkbar. Wie saisonal üblich verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im Dezember einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Über die Lage auf dem Arbeitsmarkt berichtete der Geschäftsführer fürs Operative, Manfred Hamel, am Freitag. In Waldeck-Frankenberg waren im Dezember 2934 Menschen arbeitslos gemeldet, 165 mehr als im Vormonat, ein Plus von fast 5 Prozent. Aber es waren 92 Betroffene weniger als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Minus von 3 Prozent. Die Quote steigt im Vergleich zum November um 0,2 Punkte auf 3,3 Prozent, im Dezember 2018 lag sie bei 3,5 Prozent.

Weil im Winter draußen weniger gearbeitet wird, steigt die Zahl der Arbeitslosen saisonüblich an. Der Geschäftsführer fürs Operative, Manfred Hamel, verweist außerdem auf die Insolvenz der Firma Wilke. Dadurch seien in Waldeck-Frankenberg mehr Arbeitslose statistisch geführt worden als im Vormonat. 

Dennoch sei die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte gesunken. „Das zeugt von einem stabilen Arbeitsmarkt in diesem Kreis.“ 

Lage im Bezirk

Zum Bezirk der Agentur gehören die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Dort waren im Dezember 5956 Jobsuchende registriert. Das sind 298 mehr als im November und elf mehr als im Dezember des Vorjahres. Damit steigt die Arbeitslosenquote leicht auf 3,2 Prozent, das sind 0,2 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber 2018 bleibt die Quote unverändert. 

Landesweit erzielt der Bezirk wieder den zweitbesten Wert, Bad Hersfeld/Fulda ist mit einer Quote von 2,8 Prozent wieder Spitzenreiter in Hessen, hinter Korbach folgt Marburg mit 3,5 Prozent.

Die Quote liegt in Schwalm-Eder mit 3,1 Prozent erneut etwas niedriger als im Waldeck-Frankenberg mit 3,3 Prozent. Im Agenturbezirk liegt die Geschäftsstelle Frankenberg mit 2,9 Prozent an der Spitze und als einzige unter der 3-Prozent-Marke. 

Lage in den drei Geschäftsstelle im Kreis

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit im Kreis:

  •  In Korbach mit Bad Wildungen waren im Dezember 1443 Menschen ohne Arbeit registriert. Das sind 102 mehr als im November, ein Plus von 7,6 Prozent. Aber es sind 42 weniger als im Dezember 2018. Die Quote steigt von 3,2 auf 3,5 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 3,6 Prozent. 
  • Frankenberg meldet 836 Arbeitslose, 45 mehr als im November, ein Plus von 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es 51 weniger, ein Minus von 5,7 Prozent. Die Quote lieg mit 2,9 Prozent um 0,2 Punkte höher als im Dezember, aber im Dezember des Vorjahres lag sie noch bei 3,1 Prozent. 
  • In Bad Arolsen sind derzeit 655 Menschen ohne Beschäftigung erfasst, 18 mehr als im November, ein Plus von 2,8 Prozent. Im Vergleich zu Dezember 2018 ist es ein Mensch mehr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Punk auf 3,7 Prozent, auch im Dezember 2018 lag sie bei 3,7 Prozent.

Einige Gruppen vom Anstieg betroffen

Leicht rückläufig waren die Arbeitslosenzahlen lediglich bei den Jüngeren von 15 bis 25 Jahren, im Vergleich zum November ist die Zahl um 2,1 Prozent zurückgegangen. Alle anderen Gruppen verzeichneten einen Anstieg:

  • bei den arbeitslosen Männern um 5,9 Prozent, 
  • bei den arbeitslosen Frauen um 4,5 Prozent, 
  • bei den mehr als 50-Jährigen um 5,7 Prozent 
  • und bei den Ausländern um 4,3 Prozent. 

Neben der saisonüblichen Zunahme an Arbeitslosen hat besonders der Rückgang von Beschäftigungsmöglichkeiten für Helfer einen Anteil am Anstieg gehabt.

Im Jahresvergleich gibt es sowohl Plus- wie Minuswerte: Während weniger Männer, Jugendliche und junge Erwachsene auf Jobsuche waren als vor einem Jahr, stieg die Zahl bei arbeitslosen Frauen und bei Älteren ab 50 Jahren an.

Weniger offene Stellen

Die Zahl der offenen Stellen ist im Kreis gesunken. Waren im November noch 1737 Jobofferten gemeldet, waren es im Dezember nur noch 1622.

Mit 2794 Angeboten ist der Stellenbestand im gesamten Bezirk um 246 zurückgegangen – auch das sei saisonüblich, erklärt Hamel. Gegenüber dem Vormonat und gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 8,1 Prozent. 

Auch der Stellenzugang ging zurück: 601 offene Stellen wurden im Dezember neu gemeldet, das sind 15,5 Prozent weniger als im November und 9,5 Prozent weniger als im Dezember 2018. 

Damit liegt der Bestand zum ersten Mal in den vergangenen Jahren im Dezember unter dem des Vorjahres. Diese „negative Entwicklung im Stellenbestand“ wertete Hamel als „bedenklich“, denn sie „kann ein Indiz für eine schwächere konjunkturelle Phase sein“.

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