Waldeck-Frankenberg: Kleine Frühjahrsbrise belebt Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit sinkt leicht

Waldeck-Frankenberg - „Der saisonale Aufschwung zeigt sich bisher nur verhalten“, erklärt Uwe Kemper, Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, mit Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen: Die Arbeitslosenquote in Waldeck-Frankenberg sank im April leicht auf 5,4 Punkte. Im Vormonat lag die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent, während sie im April des Vorjahres mit 5,2 Prozent noch niedriger lag.

Damit lässt der Frühling den Arbeitsmarkt in Waldeck-Frankenberg nur leicht aufatmen, erläuterte Kemper am Dienstag die Ergebnisse der aktuellen Monatsstatistik. Demnach waren im April 2013 in Waldeck-Frankenberg 4589 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und damit 48 weniger als im Vormonat, doch 177 mehr als im Vorjahresmonat.

Damit setze sich der Trend fort, dass die aktuelle Arbeitslosigkeit in fast allen Personengruppen im Vergleich zum Vorjahr höher sei, erklärte Kemper. Für den gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Korbach, der die Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder umfasst, sei ein Zuwachs von 12,1 Prozent bei Männern und von 14,4 Prozent bei Ausländern festzustellen. Außerdem gebe es einen deutlichen Zuwachs von 23 Prozent bei Jugendlichen unter 25 Jahren – dabei hätten 40,5 Prozent der Jugendlichen eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ein Grund für die höhere Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen sei, dass sie von Firmen nach abgeschlossener Lehre teilweise nicht übernommen würden. „Die Betriebe halten sich zurück. Sie sind derzeit vor allem darauf bedacht, ihre Stammbelegschaft zu halten“, erklärte Kemper. Das zeigt sich auch bei der Anzahl freier Stellen: 335 Stellen wurden im April neu gemeldet. Der Stellenbestand insgesamt liegt bei 773, das sind 3,6 Prozent mehr als im Vormonat und vier Prozent weniger als im Vorjahr.

Sorgen bereitet dem Chef der Agentur, dass insgesamt weniger Ausbildungsplätze gemeldet würden – allerdings gebe es auch weniger Anfragen. Rein rechnerisch komme derzeit auf jeden Bewerber ein Ausbildungsplatz. Doch praktisch geht die Rechnung nicht auf. So liegt der Beruf des Kochs unter den Top Ten der Ausbildungsberufe an zweiter Stelle, taucht als Wunschberuf auf der Liste der Schulabgänger aber kaum auf: Im Bezirk der Arbeitsagentur stehen derzeit 88 als frei gemeldeten Ausbildungsstellen lediglich 15 Bewerber gegenüber, gibt Kemper ein Beispiel. Insgesamt wurden seit Beginn des Berichtsjahres 2012/2013 der Arbeitsagentur Korbach 1794 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 194 (9,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Demgegenüber stehen zum Vergleich 1820 Bewerber, 441 (19,5 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Aktuell gibt es 23,6 Prozent weniger unversorgte Bewerber und 6,4 Prozent mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr.

Im Großen und Ganzen sei der Arbeitsmarkt in Waldeck-Frankenberg „robust“, sagte Kemper, es gebe wenig Problemfirmen, die abbauen oder Insolvenz angemeldet haben. Auch im Hessen-Vergleich stehe Waldeck-Frankenberg gut da.Wie Otto Richter vom Jobcenter Waldeck-Frankenberg berichtete, waren im April 2609 Personen registriert, die Hilfen nach den Regelungen des Sozialgesetzbuches II beziehen, unter ihnen viele Langzeitarbeitslose. Das entspricht einem Zugang um 78 (plus 3,1 Prozent) gegenüber März und einem Rückgang um 120 Personen (minus 4,4 Prozent) gegenüber April 2012.(md)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare