Waldeck-Frankenberg: Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 5,0 Prozent

Arbeitsmarkt stabil, aber ohne Dynamik

Waldeck-Frankenberg - Positiv aber ohne Pep - so lässt sich die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Waldeck-Frankenberg zusammenfassen. Die Arbeitslosenquote ist im Juni leicht auf 5,0 Prozent gesunken (Mai: 5,1 Prozent).

4274 Menschen waren im Juni in Waldeck-Frankenberg ohne Job, 99 weniger als im Vormonat. Das entspricht einem Minus von 2,3 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2012 sind allerdings 25 Menschen mehr arbeitslos.

„Dynamik fehlt“

„Der aktuelle Arbeitsmarkt lässt wie schon in den Vormonaten eine echte Dynamik vermissen“, bilanzierte gestern Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit in Korbach. „Die etwas niedrigere Arbeitslosenquote darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Vorjahreswerte deutlich besser waren und dieser Trend auch bereits seit einigen Berichtsintervallen anhält“, betonte der Agenturchef.

Besser als im Hessenschnitt zeigt sich der Bestand und der Zugang offener Stellen. Insgesamt gab es im Juni 772 Jobofferten, davon wurden 372 neu gemeldet. Im Vergleich zum Mai ist die Zahl offener Stellen im Landkreis aber um 3,5 Prozent zurückgegangen. Durch die flaue Konjunktur hat die Nachfrage nach Arbeitskräfte weiter nachgelassen: „Der Druck, Stellen zu besetzten, um Leistungsspitzen abzudecken, ist bei den Unternehmen derzeit nicht so hoch“, sagte Kemper. Auf der anderen Seite gebe es aber auch keine Anzeichen dafür, dass Firmen in größerem Stil Stellen abbauen wollten. Die Nachfrage nach Kurzarbeit sei derzeit „völlig unauffällig“, so Kemper. Das deute auf eine stabile Situation hin. 81 Beschäftigte waren im Mai zur Kurzarbeit gemeldet, im April waren es noch 178.

Die geringe Frühjahrsbelebung kommt bei Hartz-IV-Empfängern indes kaum an: 2666 Menschen im Landkreis Waldeck-Frankenberg werden derzeit vom Kreisjobcenter betreut und beziehen Arbeitslosengeld II (Hartz IV), das sind 27 mehr als im Mai (plus 1,0 Prozent, wie Otto Richter, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters Waldeck-Frankenberg auflistete. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, sei gegenüber dem Vormonat sogar um 4,7 Prozent gewachsen. „Diese Steigerung von Mai auf Juni ist sehr ungewöhnlich, normalerweise zieht die Konjunktur an“, so Richter.

„Chancen erhöhen“

„Offenbar profitieren diejenigen, die erst kurze Zeit arbeitslos sind“, sagte der Bereichsleiter. Agenturchef Uwe Kemper warb deshalb dafür, die Weiterbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten zu nutzen, die sein Haus anbiete. So könnten die Betroffenen ihre Marktattraktivität erhöhen.

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