Korbacher Agentur für Arbeit sieht gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt

Auch im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Kreis

Ein Schild der Arbeitsagentur am Eingang.
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Positive Meldung vom Arbeitsmarkt: Auch im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg

Trotz des anhaltenden „Lockdowns“ in der Wirtschaft verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit auf dem heimischen Arbeitsmarkt weiter eine „Frühjahrsbelebung“: Die Zahl der Arbeitslosen sank im April erneut.

  • Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im April erneut gesunken - die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt jedoch weiter an.
  • Unternehmen melden mehr offene Stellen - ein Zeichen für eine insgesamt positive Stimmung in der Wirtschaft, auch wenn das nicht für alle Branchen gilt.
  • Die Zahl der Kurzarbeiter geht zurück, auch das ist ein Zeichen für eine gute wirtschaftiche Entwicklung.

Waldeck-Frankenberg – Im April waren im Kreis 3540 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 102 oder 2,8 Prozent weniger als im März und 84 2,3 Prozent weniger als im April vorigen Jahres, als sich die Corona-Krise erstmals bemerkbar machte. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 4,0 Prozent gegenüber dem März.

Zum Bezirk der Agentur gehören die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Dort ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 150 auf 7608 gesunken, die Quote sank um 0,1 Punkte auf 4,1 Prozent. Damit liegt sie auf dem Niveau von April 2020. Agenturchef Uwe Kemper sprach am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Zahlen von einer „weiteren Beständigkeit in der Krise“.

Allerdings stieg der Zahl der vom Jobcenter betreuten Leistungsempfänger in der Grundsicherung. Die Agentur verzeichnete hingegen einen Rückgang der Empfänger von Arbeitslosengeld. Der Arbeitsmarkt sei weiter dynamisch, sagte Kemper: Mehr Leute seien wieder in Arbeit gekommen als neue Arbeitslose sich gemeldet hätten.

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren im April 1685 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 23 oder 1,3 Prozent weniger als im März und 50 oder 2,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote liegt unverändert bei 4,1 Prozent, im April 2020 lag sie um 0,1 Punkte höher.
  • In Frankenberg waren im April 1086 Arbeitslose verzeichnet, das sind 50 oder 4,4 Prozent weniger als im März, aber sieben oder 0,6 Prozent mehr als April 2020. Die Quote sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent, 2020 lag sie bei 3,7 Prozent. Damit hat Frankenberg erneut die beste Quote im gesamten Bezirk der Agentur.
  • In Bad Arolsen waren 769 Menschen auf Jobsuche, 29 oder 3,6 Prozent weniger als im März und 41 oder 5,1 Prozent weniger als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,3 Prozent, das sind 0,2 Punkte weniger als im März und 0,3 Punkte weniger als im April 2020.

Immer mehr Langzeitarbeitslose

Der erneute Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit bereitet der Korbacher Agentur für Arbeit Sorgen. Im April waren im Bezirk 2181 Betroffene gemeldet – 118 mehr als im März. Und es sind sogar 700 mehr als vor einem Jahr, ein Plus von 47,2 Prozent.

Langzeitarbeitslose machten inzwischen 28,7 Prozent aller Arbeitslosen aus, berichtete Kemper, im April 2020 seien es noch 19,4 Prozent gewesen. Seit 2015 gebe es einen Anstieg um 55 Prozent.

„Wer schon vor der Pandemie arbeitslos war, hatte durch Corona schlechtere Chancen, wieder in Erwerbstätigkeit zu wechseln“, sagte Kemper. Jetzt kämen Betroffene hinzu, die sich mit Beginn der Pandemie vor einem Jahr arbeitslos gemeldet und keine neue Stelle gefunden hätten. Er gehe er davon aus, dass das Thema Langzeitarbeitslosigkeit in den nächsten Monaten weiter an Bedeutung gewinnen werde.

Mehr offene Stellen

Auf dem Stellenmarkt herrsche eine „grundsätzlich positive Stimmung“, was sich im Anstieg der gemeldeten offenen Stellen zeige, sagte Uwe Kemper: 2835 Jobs waren im April im Bezirk zu besetzen, 238 mehr als im März und 402 mehr als im Vorjahresmonat, der durch den Beginn der Corona-Pandemie geprägt gewesen sei.

Weniger Kurzarbeit

Die insgesamt gute Stimmung in der Wirtschaft zeigt sich auch bei der Entwicklung der Kurzarbeit. Die Zahl der neuen Anzeigen ist weiter rückläufig: Im Kreis gingen im April 19 für maximal 117 Betroffene ein, im März waren es 66 neue Anzeigen für bis zu 282 Beschäftigte.

Nach aktuellen Hochrechnungen waren in Waldeck-Frankenberg bis November 5108 Beschäftigte in 613 Betrieben in Kurzarbeit, im Oktober waren es 3936 Leute in 439 Unternehmen. (Dr. Karl Schilling)

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