Auch in Waldeck-Frankenberg soll die Impfrate weiter steigen

Impfzahlen gesunken: Hessen will mit Initiative besser aufklären 

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Deutschlandweit sind die Impfzahlen gesunken: Das hessische Gesundheitsministerium plant eine breit angelegte Aufklärungskampagne gegen Impfmüdigkeit.

Waldeck-Frankenberg – In Hessen sinkt die Zahl der Impfungen. Mit einer Initiative will die Landesregierung besser aufklären. Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) hat eine breit angelegte Impfstrategie angekündigt – auch für Waldeck-Frankenberg.

Die Integrierte Landesimpfstrategie (ILIS) in Hessen sieht vor, etwa auf Elternabenden, in Arztpraxen, durch Betriebsärzte, im Internet und auf vielen anderen Wegen aufzuklären und zu informieren. Hintergrund für die Integrierte Landesimpfstrategie sind bundesweit sinkende Zahlen der Impfungen gegen Masern und Röteln sowie HPV (krebsauslösende Humane Papillomviren).

In Hessen sind „die Durchimpfungsraten für Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Hämophilus influenzae B, Polio und Hepatitis B von 2011 bis 2016 leicht gesunken, die Impfraten für Masern, Mumps und Röteln (MMR) sind etwa konstant geblieben“, erklärt Helen Stark, Sprecherin beim Hessischen Gesundheitsministerium in Wiesbaden auf Nachfrage. Doch bei der zweiten Masern-/Mumps-/Röteln-Impfung „wird der Wert von 95 Prozent Durchimpfung, der eine sogenannte Herdenimmunität herbeiführen würde, nicht erreicht. In Hessen liegt die Rate hier bei 93,8 Prozent für den Jahrgang der Einschüler“, sagt Helen Stark weiter. Das soll mit der ILIS verbessert werden.

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In Waldeck-Frankenberg besagen die Daten der Schuleingangsuntersuchung aus dem Jahr 2016 – das sind die Geburtenjahrgänge 2009/2010 –, „dass 95,14 Prozent die MMR-Impfung erhalten haben, 86,63 Prozent die zweite Windpocken-Impfung.“

In der Schuleingangsuntersuchung (SEU) werde der Impfstatus erfasst, der im Impfpass dokumentiert ist. Nicht zu sagen sei, in welchem Alter die Kinder die 2. MMR-Impfung erhalten. Sie werde empfohlen für den 15. bis 23. Lebensmonat, doch eine Nachimpfung werde von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (Stiko) ausdrücklich bis zum vollendeten 17. Lebensjahr empfohlen.

Die Integrierte Landesimpfstrategie will gegen Impfmüdigkeit mit einer intensiven, breiten Aufklärung und regelmäßiger Durchsicht der Impfpässe vorgehen. „Es wurden bereits mit allen wichtigen Akteuren – beispielsweise Hessisches Kultusministerium, Kassenärztliche Vereinigung, Landesärztekammer, Kommunale Spitzenverbände, Hessische Krebsgesellschaft – Gespräche geführt. Die Strategie fand dabei eine breite Zustimmung“, so Helen Stark. „Entwickelt werden sollen mehrere Module, die schließlich eine ganze Lebensspanne abdecken werden. Aufgebaut wird auf bereits vorhandenen Strukturen.“ 

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