Waldeck-Frankenberg

Auch für Lebensretter gelten Regeln

- Waldeck-Frankenberg (akk). Mit Sirene und Blaulicht über rote Ampeln und falsch herum in Kreisel fahren – im Fall der Fälle müssen Rettungskräfte so schnell wie möglich von A nach B kommen.

Die Sirene schrillt, und das Blaulicht blinkt, ein großes rotes Auto fährt an der Warteschlange an der Ampel vorbei und über die Kreuzung. Jeder erkennt, dass hier Rettungskräfte auf dem Weg zum Einsatz sind. Hermann Wagener geriet mit seinem Trecker in eine Kolonne mit Blaulicht. „Bis Sachsenhausen war alles blau“, erklärt der Selbacher die Situation. Die Rettungskräfte aus dem Bad Wildunger Raum waren anscheinend auf dem Weg zu einer Übung im entfernten Rhadern. Von zwei Einsatzfahrzeugen wurde er überholt, dann boten die vielen Kurven Richtung Korbach keine Gelegenheit mehr.

WLZ-FZ nahmen Wageners Erfahrung zum Anlass, beim Landkreis die Regeln für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nachzufragen. „Bei Einsatz- oder Alarmübungen dürfen die Feuerwehrangehörigen von den Paragraphen 35 und 38 der Straßenverkehrsordnung Gebrauch machen“, erklärt Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. Demnach gelten für sie die allgemeinen Straßenverkehrsregeln dann nicht mehr. Aber auch hier gibt es Einschränkungen. Die Feuerwehrleute müssen darauf achten, dass sie die Sicherheit anderer Menschen nicht gefährden.

Dazu gehören Ausnahmen, wie verkehrt herum in den Kreisverkehr zu fahren, wenn der Weg kürzer ist, andere Verkehrsteilnehmer zu überholen und rote Ampeln zu überfahren. Bei all diesen Manövern muss der Fahrer aber abwägen, ob sie tatsächlich nötig sind. Wenn es durch waghalsige Fahrmanöver zu Unfällen komme und im schlimmsten Fall Personen verletzt würden, trage der Feuerwehrmann am Steuer eine Mitschuld, so Biederbick.

„Natürlich ist bei einem Einsatz Eile geboten, und die Feuerwehr versucht, die Einsatzstelle so schnell wie möglich zu erreichen, aber man sollte immer vorsichtig sein“, meint der Kreisbrandinspektor.Es gebe auf der einen Seite Alarmübungen, die genauso wie Einsätze gewichtet werden, und gewöhnliche Übungen. Bei einer gewöhnlichen Übung verhalten sich die Feuerwehrleute wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch und müssen sich ebenso an die Regeln halten. Anders als beim Einsatz ist hierbei keine Eile geboten. Bei der Alarmübung hingegen wird getestet, wie schnell die Retter am Einsatzort eintreffen und ob sie die Hilfsfrist einhalten können, erklärt der Fachmann.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 1. Dezember.

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