Waldeck-Frankenberg

Aufschwung am Arbeitsmarkt dank guter Wirtsschaftsstruktur

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- Waldeck-Frankenberg (nv). Grund zur Freude, aber nicht zur Euphorie sind die Arbeitsmarktzahlen für Christine Eden, Leiterin der Agentur für Arbeit in Korbach. 3989 Waldeck-Frankenberger sind im Oktober ohne Arbeit, 264 weniger als im September.

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent (September: 5,0 Prozent; Oktober 2009: 6,2) liegt hessenweit nur der Agenturbezirk Fulda (4,4) vor Korbach. Damit ist der Arbeitsmarkt in Waldeck-Frankenberg weiter im Aufwind. „Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt als ausgesprochen stabil“, betont Christine Eden. Anfang des Jahres hätte sie eine vier vor dem Komma nicht erwartet. Trotz dieser „absolut bemerkenswerten Zahlen“ verfällt die Fachfrau jedoch nicht in Euphorie: „4000 Arbeitslose sind immer noch 4000 zu viel“, stellt sie klar.

Für besonders erwähnenswert hält Christine Eden die Tatsache, dass sich die Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Korbach in beiden Rechtskreisen „drastisch verringert“ hätten: Die Arbeitsagentur betreut derzeit 1444 Arbeitslose im SGB III.-Bereich. Das sind 156 (minus 9,7 Prozent) weniger als im September und 576 (minus 28,5) weniger als im Oktober 2009. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Quote bei 1,7 Prozent. Im SGB-II-Bereich registrierte die Arge 2543 Arbeitslose. Die Zahl reduzierte sich im Vergleich zum Vormonat um 108 (minus 4,1) und zum Oktober 2009 um 680 (minus 21,1). Quote: 3,0.

Zum Vergleich: In Hessen liegen die Werte laut Eden gegenüber dem Vorjahr bei minus 11,9 (SGB III) und minus 5,3 Prozent (SGB II). Von „Vollbeschäftigung“ will Eden trotz der niedrigen Quoten nicht sprechen. Sie verweist auf nicht gemeldete Arbeitslose sowie die Zahl der Unterbeschäftigten. Diese setzt sich aus als arbeitslos definierten Personen (3989) plus den Teilnehmern an Arbeitsmarktmaßnahmen zusammen und liegt im Oktober insgesamt bei 5142 (September: 5274).

Den Aufschwung im Landkreis erklärt Eden auf WLZ-FZ-Anfrage mit folgenden Faktoren: 1. Einsatz von Kurzarbeit in der Krise: „Betriebe haben qualifizierte Kräfte, die jetzt Aufträge schnell erfüllen können.“ 2. gut strukturierte Wirtschaft: gute Mischung aus Industrie und Handwerk, Arbeitnehmern und Selbständigen, 3. Standort einiger exportorientierter Firmen, 4. geändertes Einstellungsverhalten: Firmen setzen wegen des befürchteten Fachkräftemangels wieder verstärkt auf dauerhafte Arbeitsverträge.

„Die Betriebe investieren, die Verbraucher konsumieren“, resümiert Christine Eden und blickt optimistisch voraus.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 29. Oktober 2010.

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