Waldeck-Frankenberg

Bäuerinnen verschenken Milchprodukte und klären auf

- Korbach (nv). „Wir möchten uns gern solidarisch erklären“, betont ein Passant und beißt beherzt in ein Käsebrötchen. Um Verbraucher für die Probleme der Milchbauern zu sensibilisieren, verschenkten Bäuerinnen am Samstag vor einem Korbacher Lebensmittelmarkt Milchprodukte.

„Wir schütten die Milch nicht gern weg und können es uns auch eigentlich gar nicht erlauben“, betont Milchbäuerin Stefanie Lorenz (Vöhl) und verweist auf den Protestzug am Freitag durch Korbach. 100 000 Liter Milch hatten ihr Mann Sven und seine Kollegen vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) auf einen Acker in der Nähe des Kreishauses geschüttet, um sich gegen den Preisverfall aufzulehnen. „Keine unserer Aktionen soll gegen den Verbraucher gerichtet sein“, räumt Stefanie Lorenz ein.

Gemeinsam mit anderen Milchbäuerinnen sowie Freunden und Bekannten, die dem Kampf um höhere Milchpreise unterstützen, baute sie daher am Samstag einen Informationsstand vor einem Korbacher Lebensmittelmarkt auf. „Es sind sogar Gäste mitgekommen, die auf unserem Hof Urlaub machen“, berichtet die Vöhlerin. In der Kreisstadt verschenkten die Damen Milch, Käsebrötchen und „Kuhfladenkuchen“.

Mit ihrer Aufklärungsaktion folgen die heimischen Landwirte ihren französischen Kollegen. „Wir müssen den Verbrauchern ebenso wie die Franzosen deutlich machen, dass es um unsere Existenz geht“, erläutert die Vöhlerin und wirbt dafür, ausschließlich regionale (Milch-)Produkte zu erwerben.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 21. September 2009.

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