Neue Wohnform für behinderte Menschen

Bathildisheim setzt Pilotprojekt in Wolfhager Innenstadt um

Richten das gemeinsame Wohnzimmer ein: Isabel Feller und Linda Klatt vom Bathildisheim betreuen das Wohngemeinschafts-Projekt in der Wolfhager Schützeberger Straße. Im März ziehen die ersten Menschen mit Behinderung ein. Foto: Ricken

Waldeck-frankenberg. Ein Pilotprojekt für Menschen mit Behinderungen startet das Bathildisheim Arolsen jetzt in Wolfhagen: In einem Haus in der Schützeberger Straße leben ab Ende März junge Erwachsene in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, die normalerweise stationär untergebracht worden wären. Ziel sei es dabei, den Menschen das Leben im städtischen Umfeld mit einem Maximum an Selbstbestimmung zu ermöglichen, erklärt Bathildisheim-Bereichsleiter Jörg Schumacher.

Dieses neue Konzept habe Leuchtturmcharakter und solle künftig in weiteren Orten in Waldeck-Frankenberg sowie Stadt und Landkreis Kassel umgesetzt werden. Einen ersten Schritt in Sachen Inklusion war das Bathildisheim bereits mit dem Bau des Hauses Wolfhagen in der Nähe der Schule gegangen. Hier werden Menschen mit Behinderungen zwar stationär betreut, aber auch hier ging es darum, die Bewohner aus einer großen Einrichtung im dörflichen Umfeld mitten ins Geschehen zu holen. Rund 250 000 Euro hat das Bathildisheim in die Sanierung der rund 300 Quadratmeter großen Wohnung mit Gemeinschaftsräumen und sechs Einzelzimmern gesteckt. Mit 181 000 Euro unterstützte die Fernsehlotterie „Aktion Mensch“ das Projekt. Sechs junge Leute mit körperlichen, geistigen, seelischen und mehrfachen Behinderungen können in der Wohngemeinschaft leben und ihren Alltag und ihre Betreuung durch ambulante Pflegedienste selbst aktiv mitbestimmen. Rund um die Uhr gibt es in dem Wohnbereich, der barrierefrei umgebaut wurde und über einen Fahrstuhl zugänglich ist, einen Ansprechpartner. Die jungen Leute kommen aus Neu-Berich, dem Internat des Bathildisheims in Bad Arolsen oder dem Elternhaus. Mehrere Träger, darunter der Landeswohlfahrtsverband, finanzieren die Unterbringung. Von Bea Ricken

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