Neubauten und Sanierungen könnten teurer als geplant werden

Bauen in Waldeck-Frankenberg:  Muss Landkreis wegen Boom mehr zahlen?

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Eines der größten Bauprojekte im Landkreis: Die Sanierung der Beruflichen Schulen an der Kasseler Straße in Korbach.

Waldeck-Frankenberg. Das Baugewerbe boomt, die Nachfrage nach Neubauten und Sanierungen ist groß. Entsprechend sind die Preise gestiegen. Das könnte auch Auswirkungen auf aktuelle Bauprojekte des Landkreises haben. Das machte Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese jetzt deutlich.

„Zuletzt sind wegen unangemessen hoher Preise mehrere Ausschreibungen aufgehoben worden,“ sagte Frese in der Fragestunde des Kreistags. Frank Bender, Mitglied der CDU-Fraktion, hatte die Anfrage gestellt. Manche Ausschreibungen sollten, sofern möglich, zu einem späteren Zeitpunkt neu ausgeschrieben werden, sagte Frese. Allerdings: Das sei bei laufenden Projekten, die zudem mit Fördermitteln finanziert würden, nicht möglich. Dabei gebe es festgelegte Umsetzungszeiträume, ansonsten verliere man die Förderung. Mehrkosten „müssen dann letztendlich über eine Erhöhung der Eigenmittel ausgeglichen werden“, so Frese.

Welche Ausschreibungen aufgehoben wurden und um welche Summen es dabei ging, teilte Kreissprecherin Petra Frömel auf Nachfrage nicht mit und verwies auf den Datenschutz. In einem Fall ging es dem Vernehmen nach um eine Kostenberechnung, die um 200 Prozent überschritten wurde. Wie groß die Kostensteigerungen bei den Bauprojekten letztlich tatsächlich seien, könne noch nicht abgeschätzt werden.

Fest steht laut Karl-Friedrich Frese, dass die Situation im „überhitzten Baubereich“ dazu führe, dass sich „einzelne Neubau- und Sanierungsmaßnahmen verzögern werden“. Dazu gehört auch das derzeit wohl größte Bauvorhaben des Landkreises: Die Sanierung der Beruflichen Schulen in Korbach. Rund 27 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren in die aufwendigen Arbeiten investiert. Wie sehr sich die Sanierung verzögern könnte, ist noch unklar.

Mehr Kosten für Material und Personal

Bauen ist im ersten Halbjahr 2018 erneut teurer geworden, hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Je nach Art und Branche zwischen 3,1 und 5,5 Prozent. „Große Renditesprünge sehen wir allerdings weiterhin nicht“, kommentiert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Es gelinge Unternehmen derzeit nur besser, Preise an den Markt weiterzugeben.

Die Preissteigerungen seien beispielsweise auf die gestiegenen Kosten für Materialien zurückzuführen. So sei Stahlbeton um 20 Prozent teurer geworden. Auch Tariferhöhungen zwischen vier und sechs Prozent würden zu den gestiegenen Preisen beitragen, so der Verband.

Die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg will sich aktuell nicht zu den Preissteigerungen äußern, hat aber eine Information dazu in den kommenden Wochen angekündigt.

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