Erntegespräch in Dehringhausen

Bauernverbände erwarten Durchschnittsernte in Waldeck-Frankenberg

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Zum Erntegespräch trafen sich Vertreter der Landwirtschaft auf dem Hof Meyer bei Dehringhausen. 

Die Mähdrescher fahren noch. Doch wenn das Wetter trocken bleibt, wird die Getreideernte in weiten Teilen Waldeck-Frankenbergs bis Sonntag, 11. August, abgeschlossen.

Beim Erntegespräch der Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg sprach Kreislandwirt Friedrich Schäfer von einer guten Durchschnittsernte – allerdings mit einem großen Sorgenkind: dem Raps.

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbands und Vorsitzender in Waldeck, erklärte, dass sich die Anbaufläche von Winterraps im Land etwa halbiert habe. Teils keimte er gar nicht auf, teils säten die Landwirte ihn im Wissen um die Auswirkungen der Trockenheit gar nicht. Es gebe nur einen Ertrag von zwei bis vier Tonnen pro Hektar.

Dabei sei Raps eine wertvolle Kultur für die Fruchtfolge, seine tiefe Wurzel lockere den Boden. Er blühe auch für Bienen, ohne sein Schrot müsse mehr Soja importiert werden. Neben dem Wetter sei das Verbot von Pflanzenschutzmittel maßgeblich. 2018 habe sich schon als „mieses Rapsjahr“ gezeigt, stimmte Karlfried Kuckuck zu, Leiter des Fachdiensts Landwirtschaft: „Der Rapsanbau, das wird 2018 kein einzelner Herbst gewesen sein, geht bei uns zurück.“

Extreme Trockenheit

Die extreme Trockenheit des Vorjahres habe sich über den Winter fortgesetzt und kaum Wasser im Boden gelassen, erläuterte Karsten Schmal. Nur im Mai habe es ausreichend Niederschlag gegeben, der Kreis stehe dabei noch ganz gut da. Im Juni sei ungewohnt gut sichtbar gewesen, wo Böden Wasser speichern und wo sie sandig sind. Auch die Hagelschäden im April bereiteten ihm große Sorgen – es müsse überlegt werden, wie Landwirte abgesichert werden könnten. Sie sollten das nicht alleine tragen müssen.

Wenn es Regen gab, sei diese sehr ungleich verteilt gewesen, sagte Gastgeber Jörg Meyer. Dass der Kreis ohne Gewitter eine Katastrophe erlebt hätte, bereitete Matthias Eckel Sorgen, dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg.

Die Wintergerste, so Schmal, entwickelte sich in Hessen wieder besser – ihre Kornfüllungsphase war im Juni vor der Hitze abgeschlossen. Die Sommergerste habe dann deutlich gelitten. Winterweizen sei auf mageren Standorten zu schnell abgereift, teils sei die Feuchtigkeit nicht mehr messbar gewesen. Der Ertrag sei um zehn Prozent gefallen. Die Weizen-Roggen-Kreuzung Triticale verzeichne hingegen im Land einen fünfprozentigen Anstieg. Landwirte bauten mehr Roggen und Hafer an.

Die Lage beim Futter hat sich verbessert: „Es ist nicht so angespannt wie 2018, aber auch nicht zufriedenstellend“, so Schmal. Das Land habe die Nutzung von brachflächen in Notfällen schneller erlaubt. Der Silomais schließlich habe im großen und ganzen gut entwickelt, brauche aber noch ein paar Schauer.

Karlfried Kuckuck lobte die Anstrengungen in Sachen Blühstreifen: Landkreis und Maschinenring haben Saatgut für 100 Hektar gekauft, private noch mal so viel.

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