Verliert Landeswohlfahrtsverband seine Hauptaufgabe?

Behinderten-Hilfe vor Umbau: Mitarbeiter sind in Sorge

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Im Büro auf den Rollstuhl angewiesen: Der Landeswohlfahrtsverband unterstützt körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen unter anderem bei der Eingliederung in einen neuen Job.

Waldeck-Frankenberg. Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen kümmert sich seit Jahrzehnten hauptsächlich darum, dass sich Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zurechtfinden. Nun machen sich Mitarbeiter des LWV Sorgen um ihren Arbeitsplatz.

Der Grund: Weil Ende 2016 das Bundesteilhabegesetz verabschiedet wurde, steht die Zuständigkeit des LWV für die Eingliederungshilfe von behinderten Menschen zur Diskussion. In Waldeck-Frankenberg arbeiten derzeit 63 Mitarbeiter für den Landeswohlfahrtsverband. Darunter sind viele Teilzeitstellen und die Mitarbeiter sind auch für andere nordhessische Kreise zuständig. Auch der Kreistag in Waldeck-Frankenberg beschäftigt sich aktuell mit dem Thema. 

Am Montag ist mehrheitlich ein Antrag der Großen Koalition aus SPD und CDU verabschiedet worden, der darauf abzielt, dass der Landeswohlfahrtsverband auch weiterhin für die Behindertenhilfe im Landkreis zuständig sein soll. Die Mitarbeiter des Landeswohlfahrtsverbandes sind in Waldeck-Frankenberg in drei Teams aufgeteilt, die jeweils Regionalmanager an der Spitze haben: Ein Team ist für körperlich behinderte Menschen, eines für Menschen mit geistiger Behinderung und eines für Menschen mit seelischer Behinderung und Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen zuständig. 

Insgesamt kümmern sich die 63 Mitarbeiter um 2000 Menschen mit Behinderungen in Waldeck-Frankenberg. Sie arbeiten eng mit der Kreisverwaltung und anderen Trägern wie etwa der Lebenshilfe zusammen. Angesprochen auf die Sorgen, die die Mitarbeiter des Landeswohlfahrtsverbandes umtreibt, sagte Elke Bockhorst, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit des LWV: „Sollte künftig ein anderer Träger für die Eingliederungshilfe zuständig sein, würde sicher das Know-how unserer Mitarbeiter auch weiterhin gebraucht.“

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