Impfen schützt Kaninchen

Bei Bad Wildungen gefundene Kaninchen vermutlich an aggressivem Virus erkrankt

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Kuschelig, aber gefährdet: Das aggressive Virus RHD 2 lässt Kaninchen innerhalb von 72 Stunden verenden. Mittlerweile gibt es in Deutschland einen zugelassenen Impfstoff.

Bad Wildungen. 38 Kaninchen sind am Montag tot und verstümmelt auf einem Maisfeld bei Bad Wildungen gefunden worden. Der Verdacht: Ein Züchter hat sie illegal entsorgt, weil sie an der Kaninchen-Seuche RHD 2 erkrankt waren.

Die aggressive Viruserkrankung sorgte zuletzt beim Hessentag in Rüsselsheim für Schlagzeilen: Bei der Freiluft-Sonderschau „Natur auf der Spur“ waren 13 Kaninchen am Virustyp RHD 2 verendet. Vermutlich litten auch die bei Bad Wildungen gefundenen Tiere an der Krankheit – die nicht auf den Menschen übertragbar ist. 

Offenbar waren sie aber nicht eines natürlichen Todes gestorben: Allen Tieren fehlten zudem die Ohren. Gesicherte Erkenntnisse, wie die Tiere zu Tode gekommen sind, werden frühestens zu Beginn der nächsten Woche vorliegen, teilt das Veterinäramt des Landkreises auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Bisher sind laut Veterinäramt im Landkreis Waldeck-Frankenberg noch keine nachgewiesenen RHD-2-Fälle aufgetreten. Die Seuche ist allerdings weder melde- noch anzeigepflichtig. Hessenweit kam es bereits im vergangenen Jahr zu zahlreichen Todesfällen durch den Virus. Dr. Ulf Riedel, Vorsitzender des Landesverbandes praktizierender Tierärzte, berichtet von Kleintierzüchtern, die morgens bis zu zehn tote Kaninchen in ihren Ställen fanden.

„Die Übertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier sowie indirekt über Gegenstände, etwa über Kleidung oder gesammeltes Grünfutter“, erklärt das Veterinäramt. „Vorwiegend sind Tiere in Außenhaltung gefährdet und für die Grünfutter gesammelt wird“, erläutert die Behörde. RHD kann über Fliegen, Stechmücken oder Flöhe von Kaninchen zu Kaninchen übertragen werden.

Impfung inzwischen möglich

Besonders problematisch ist: Das Virus bleibt auch an allem anderen haften und hält sich dort lange Zeit. Wer beispielsweise auf einer Wiese Löwenzahn pflückt, auf der Wildkaninchen leben, kann das Virus über das Futter in den heimischen Stall transportieren. Die Krankheit macht sich durch Blutungen aus Körperhöhlen, etwa Nase oder Genitalbereich, bemerkbar. Nach der Ansteckung verenden die erkrankten Tiere innerhalb von 72 Stunden. Ein Impfstoff ist inzwischen zugelassen.

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